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Abzocke per Handy – Klingeltöne, Chats und Games

Xonio: So ziehen TV-Sender ihren Zuschauern das Geld aus der Tasche

Abzocke per Handy
Xonio zeigt
Kostenfallen
München (hg) –  Klingeltöne und Handy-Spiele, Sexbildchen und Live-Chats. Immer mehr TV-Kanäle ziehen ihren meist jugendlichen Zuschauern das Geld aus der Tasche. Verbraucherberater Xonio zeigt, wie die Kostenfallen funktionieren und wie man sich dagegen schützt.

Spätestens ab 23 Uhr geht's in der Glotze zur Sache: Erotikwerbeblöcke animieren zur Kontaktaufnahme per SMS. Das kann schnell richtig teuer werden und bringt nur selten Freude. Aber nicht nur zu später Stunde sind die Abzocker hellwach: Inzwischen gibt´s fast zu jeder TV-Serie Klingeltöne, Games und MMS-Botschaften aufs Handy. Dazu kommen TV-Gewinnspiele und Votings per SMS. Einige TV-Sender vertickern sogar gleich das passende Handy zum Programm. Der Grund ist klar: Mit Angeboten dieser Art lässt sich schnelles Geld machen.

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Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner: "Die Abzocke nimmt inzwischen Ausmaße an, die eigentlich längst Verbraucherschützer und den Gesetzgeber auf den Plan rufen sollten. Komplette TV-Sender beschäftigen sich mittlerweile fast ausschließlich damit, ihren Zuschauern per SMS-und Flirt-Chats übers Handy das Geld abzuluchsen. Denn meist ist der Gegenwert, den der geköderte Handy-Nutzer für sein gutes Geld bekommt, alles andere als angemessen."

Beispiel "Gute Zeiten, schlechte Zeiten": Wer nicht genug von John, Paula, Leon und Co. bekommen kann, darf sich das GZSZ-Spiel aufs Handy laden. Dafür braucht's nur eine Premium-SMS mit dem Keyword GZSZ GAME an die Nummer 81400. Kostenpunkt: 3,99 Euro plus Übertragungskosten, in der Regel zwölf Cent.

Oder "Raumschiff Enterprise": Wer den Weltraum-Sound als Klingelton laden möchte, bezahlt dafür 3,98 Euro. Auch hier kommen noch die Übertragungsgebühren des jeweiligen Netzbetreibers dazu. Damit kostet ein einziger Klingelton 4,10 Euro.

Auch "Magnum" ist mit von der Partie: Der angebliche Magnum-Klingelton kostet laut Anbieter 2,99 Euro plus Transportkosten. Der Gesamtpreis liegt damit mindestens bei 3,11 Euro. Besonders dreist: Was geliefert wird, hat mit dem Magnum-Theme nichts zu tun. Ein dilettantisches Midi-Schlagzeug, mit ein paar Fiepsern vermischt, treibt dem echten Fan die Tränen in die Augen.

Sehr beliebt sind auch Erotik-Bildchen via MMS. Sie kommen in der Regel für 1,99 Euro plus Übertragungsgebühren aufs Display. Das Problem: Diese Angebote sind sehr gezielt auf Suchtverhalten angelegt: Wer auf die Frage nach weiteren Bildern leichtfertig mit "Ja" antwortet, wird natürlich erhört. Auf seine Kosten, versteht sich. Das gleiche Prinzip gilt bei den Erotik-Chats, die in der Regel pro Premium-SMS 1,99 Euro kosten und schnell richtig ins Geld gehen.

Uwe Baltner: "Im Verschleiern der tatsächlichen Kosten sind die meisten Anbieter groß. Jeder Handy-Nutzer sollte deshalb, ehe er ein solches Angebot annimmt, sehr genau prüfen, was er für sein Geld bekommt und vor allem, wie viel er tatsächlich dafür bezahlen muss. Oft ist beim Bestellen eines Logos oder Klingeltons per SMS beispielsweise nicht ohne Weiteres erkennbar, ob es sich um ein Abo handelt, durch das dem Nutzer laufende Kosten entstehen."

Alles über die häufigsten Tricks der Anbieter und wie man sich dagegen schützt, findet sich unter www.xonio.com.

Quelle: Xonio  
Foto: Siemens

eingesandt von: Terhi Varkila am 03.04.2006 12:50 Uhr

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