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Call-by-Call - Telefonieren wird wieder teurer


Elmshorn - Die beliebten Call-by-Call-Telefonate, bei denen man vor jedem Gespräch den jeweils günstigsten Anbieter auswählt, werden wieder teurer. Nach zahllosen Preissenkungen müssen sich die Kunden wieder an höhere Tarife gewöhnen. "Die Telefonpreise steigen, weil die Kosten gestiegen sind", erklärte Talkline-Chef Klaus Rasmussen im Gespräch mit www.billiger-telefonieren.de. Vor allem die Internet-by-Call-Preise seien nicht mehr kostendeckend.

Lesen Sie das Interview mit Klaus Rasmussen Vorsitzender der Geschäftsführung Talkline GmbH & Co. KG.

Frage: Nach der Flatrate-Pleite im letzten Jahr müssen nun die ersten Telefonanbieter dicht machen. Andere erhöhen ihre Preise. Steht das Ende des beliebten Call-by-Call bevor?

Antwort: Call-by-Call-Angebote wird es auch weiter geben. Mit der Neuregelung des Gebühreneinzugs für Call-by-Call-Gespräche (Inkassovereinbarung) haben sich aber die Rahmenbedingungen verschlechtert. Das hatte Preiserhöhungen und Probleme bei einigen Anbietern zur Folge.

Frage: Wir haben uns an ständig fallende Telefonpreise gewöhnt. Ist angesichts der finanziellen Probleme und der Neuregelung des Inkasso mit der Telekom damit nun Schluss? Müssen wir uns wieder auf höhere Telefonkosten einstellen?

Antwort: Die Telefonpreise steigen, weil die Kosten gestiegen sind. Dabei sollten wir uns aber vor Augen führen, dass die Preise für Telefonie und Internet in den letzten Jahren dramatisch gefallen sind. Für inländische Ferngespräche an Werktagen zahlt der Verbraucher Anfang 2001 je nach Verkehrszeit bis zu 92 Prozent weniger als noch Ende 1997. Allein die Call-by-Call-Preise für Ferngespräche sind Anfang 2001 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 39 Prozent gefallen. Im Internet-by-Call sind die Preise in der Hauptzeit tagsüber innerhalb eines Jahres sogar um 50 Prozent von 5 Pf/min auf 2,5 Pf/min gesunken. Diese Preise sind nicht mehr kostendeckend - es wird sich zwangsläufig ein etwas höheres Preisniveau etablieren.

Frage: Wird es künftig wieder weniger Anbieter geben, weil sich einige zusammenschließen? Haben wir eines Tages wieder einige wenige Monopole, die uns hohe Preise diktieren?

Antwort: Bei der Regulierungsbehörde sind insgesamt 1.900 Anbieter von Telekommunikations-Dienstleistungen registriert. Allein im letzten Jahr kamen über 200 Anbieter dazu. Dazu gehören z.B. sehr viele kleine, regionale Anbieter. Der ruinöse Preiswettbewerb wird zwar zu einer Marktbereinigung führen - daraus wird sich aber keine Monopolsituation ergeben. Das Hauptproblem für den Wettbewerb bleibt die marktbeherrschende Position der Deutschen Telekom vor allem im Ortsnetzbereich mit 98 Prozent aller Ortsgespräche. Diese Position verhindert attraktivere Preise und alternative Angebote.

Frage: Hat Call-by-Call überhaupt weiterhin eine Chance, oder geht der Trend eher in Richtung Preselection oder gar Festanschluss? Eröffnen sich nach der Entscheidung über die letzte Meile neue Möglichkeiten?

Antwort: Die deutschen Verbraucher tun sich schwer mit einer festen Bindung an einen neuen Anbieter. Von allen abgewickelten Gesprächsminuten der Nicht-Telekom-Anbieter entfielen im letzten Jahr immer noch fast die Hälfte auf Call-by-Call. Der Anteil von Preselection steigt allerdings kontinuierlich an. Bei steigenden Preisen für Call-by-Call ergeben sich für die Verbraucher daraus nennenswerte Preisvorteile.

Frage: Wird es weiterhin dabei bleiben, dass man seinen Handy-Vertrag, seinen Telefonanschluss und seine Internet-Anbindung bei unterschiedlichen Anbietern hat, oder können wir künftig mit Bündelangeboten rechnen?

Antwort: Wenn der Verbraucher sich für eine festere Bindung an einen Anbieter entscheidet, wird er daraus Vorteile nutzen können - z.B. durch Bundling-Angebote. Das ist ein deutlicher Trend.

Frage: Wohin geht die Entwicklung beim privaten Internet-Zugang? Wird es mehr Flatrates geben und was werden sie kosten? Reichen den Kunden die Modem- und ISDN-Zugänge oder sind DSL-Anbindungen gefragt?

Antwort: Der Trend geht klar in Richtung High-Speed-Internetzugang mit DSL-Anbindung. Mit DSL wird auch die Flatrate wieder attraktiv. Hier ist allerdings die Ausbildung einer neuen Monopolstellung eine große Gefahr. Die Deutsche Telekom nutzt die Hoheit über den Kundenanschluss auf der letzten Meile für das Angebot von T-DSL. Als alleiniger Anbieter von darauf aufsetzenden Internetdiensten wird nur T-Online zugelassen. Hier hat Talkline bei der Regulierungsbehörde eine Verfahren in Gang gesetzt, das den Wettbewerbern den gleichen Zugang erlauben soll wie T-Online.

Frage: Wie geht es auf dem Handy-Markt weiter? Bald werden die Gerätesubventionen fallen - was passiert mit den Verbindungspreisen?

Antwort: Die hohen Gerätesubventionen für Handys sind wirtschaftlich nicht vertretbar. Obwohl die Preise der Geräte jetzt steigen, werden die Kosten noch nicht voll an die Nutzer weitergegeben. Es bleibt aber abzuwarten, wo sich das neue Preisniveau einpendeln wird. Zu den Verbindungspreisen ist zur Zeit noch wenig zu sagen.

Die Talkline GmbH & Co. KG

Die Talkline GmbH & Co. KG, Elmshorn, zählt seit Jahren zu den führenden Telekommunikationsanbietern in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt 1.850 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2000 einen Umsatz von 1,35 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dieses Ergebnis einer Steigerung von rund 40 Prozent. 1991 als Mobilfunk-Service-Provider gegründet, bietet die Talkline GmbH & Co. KG heute Produkte aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Internet und Datenkommunikation für Privat- und Businesskunden an. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen in Schwerin unter der Rufnummer 11850 die "Auskunft, die verbindet". Zur Talkline-Gruppe gehört außerdem die Talkline ID GmbH, eines der erfolgreichsten Unternehmen in der Vermarktung von Telefon-Mehrwertdiensten (0800, 0180, 0190). Neben der Regulierungsbehörde für Post- und Telekommunikation zählen Geschäftsbereiche von Nintendo, Yahoo! und Nike sowie die Edeka Zentralverwaltung zum Kundenkreis von Talkline. Als Tochterunternehmen der TDC Tele Danmark gehört die Talkline GmbH zum drittgrößten Telekommunikationskonzern der Welt, der amerikanischen SBC Communications Inc. (San Antonio, Texas).

Quelle: Talkline GmbH & Co. KG

eingesandt von: Arne Oberdieck am 02.05.2001 12:29 Uhr

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