Stuttgart - Immer mehr Handys geben Musik wieder und erreichen die Kapazitäten von MP3-Playern. Keine Frage: Das Handy ist der mobile Musik-Player der Zukunft. Darüber, welche Auswirkungen das Zusammentreffen von Mobilfunk- und Musikbranche hat, wurde auf dem Fachkongress "music meets mobile" in Stuttgart diskutiert. Ausrichter der Veranstaltung war "connect", Europas größtes Magazin für Telekommunikation, in Zusammenarbeit mit der MFG Baden-Württemberg, dem Kompetenzzentrum des Landes für IT und Medien. Rund 170 Teilnehmer aus der Musik- und TK-Branche informierten sich in Fachvorträgen und nutzten den gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
Erik Friemuth, Leiter "Vodafone live!", misst dem Thema "Mobile Music" hohe Bedeutung zu: "Musik ist der wichtigste Content-Service, den wir heute haben", so Friemuth in seinem Vortrag. Um dem Problem begrenzter Speicherplatzkapazitäten bei den Endgeräten zu begegnen, ist für den Telekommunikationsexperten das Streaming einzelner Titel und Musikprogramme das Geschäftsmodell der Zukunft, wobei der Anwender aus einem reichhaltigen und stets wachsenden Portfolio wählen kann. Hohe Downloadgeschwindigkeiten via UMTS, der problemlose Austausch von Musikstücken von Handy zu Handy sowie ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis für den Endverbraucher seien dabei unverzichtbar.
|
|||
|
|
|||
Auch Axel Kettenring, General Manager von Sony Ericsson Deutschland, blickt aus Sicht der Gerätehersteller positiv in die Zukunft. Kettenring ist überzeugt: "Musikdownloads werden in den kommenden Jahren boomen, die Mobilfunkbetreiber müssen sich auf diese Entwicklung vorbereiten." Bei den Handys setzt Kettenring auf Geräte mit großen Speicherkapazitäten, durchdachtes Zubehör und langen Akku-Laufzeiten. Auch der unkomplizierte Zugang zu den mobilen Inhalten, eine einfache Nutzerführung und das schnelle Überspielen qualitativ hochwertiger Musikstücke seien Bedingungen, auf die sich die Telekommunikationsbranche einstellen müsse.
Kritisch hingegen beleuchtete Nicole Dufft, Senior Analystin Berlecon Research, den mobilen Musikmarkt. Dem Plenum gegenüber erklärte sie, dass Deutschland im Vergleich zu allen anderen europäischen Ländern derzeit noch die geringste Mobile-Music-Nutzung aufweist und es neben den Download-Modellen der Mobilfunkbetreiber zahlreiche Alternativen gibt, Musik auf das Handy zu bringen. Als Beispiele nannte sie das Überspielen bestehender Musiksammlungen auf dem PC oder den freien Radioempfang mit dem Handy. Auch der kostenlose Austausch von Musikstücken über Kurzstreckenfunk (Bluetooth) stehe in Konkurrenz zu den kostenpflichtigen Downloads der Mobilfunkbetreiber. Da diese aber immer und überall genutzt werden können, empfiehlt Dufft den Anbietern, ihren Kunden besondere Anreize zum Spontankauf zu bieten, um sich in diesem Marktsegment erfolgreich zu etablieren.
Auf dem Kongress herrschten unterschiedliche Meinungen darüber, wie stark das Thema Mobile Music künftig die Umsatzgrößen der Netzbetreiber beeinflussen wird. Thorsten Dirks, Geschäftsführer Innovation, Product Development, IT and Operations E-Plus, ist skeptisch: "Mobile Music allein wird den Markt nicht vorwärtsbringen." Für ihn bleibt die Sprachtelefonie Hauptumsatztreiber für den Mobilfunk. Lutz Schüler, Mitglied der Geschäftsleitung O2 Germany, glaubt hingegen, dass sich durch Mobile Music-Angebote auch die klassischen Sprach- sowie SMS- und MMS-Umsätze erhöhen. Zudem würde durch die Bereitstellung von mobilen Inhalten der Handyverkauf beflügelt.
Ein weiterer heiß diskutierter Punkt unter den Kongressteilnehmern war die derzeit noch unklare Rolle des Digital Rights Management. Dürfen rechtegeschützte Musikstücke via Handy an Freunde weitergeben werden? Und wenn ja, wie oft? Antworten zu diesem Thema gab Dr. Willms Buhse, Director Products & Marketing coreMedia, der verschiedene Geschäftsmodelle für die geschützte Weitergabe digitaler Inhalte vorstellte und den Netzbetreibern empfahl, den Transfer geschützter Songs aus dem Internet mit Bonussystemen zu kombinieren.
Die Organisatoren des Kongresses waren mit der Veranstaltung mehr als zufrieden: "Das große Interesse an unserem Fachkongress unterstreicht die Bedeutung des Themas für die gesamte Musik- und Telekommunikationsbranche", so Dr. Ansgar Zerfaß, Mitglied der MFG-Geschäftsleitung. "In Mobile Music steckt viel Potenzial, wenn TK- und Musikindustrie es verstehen, eng miteinander zusammen zu arbeiten und anwenderorientierte Lösungen zu entwickeln", kommentiert Dirk Waasen, Chefredakteur von "connect", die Ergebnisse der Fachveranstaltung. "Diesen Weg werden wir als Europas größtes Telekommunikationsmagazin weiter verfolgen und aktiv mitgestalten."
Quelle: connect Telekomm.magazin
Foto: Sony Ericsson
eingesandt von: Terhi Varkila am 09.06.2005 14:27 Uhr
Weitere Meldungen zum Thema Trends |
|
| 24.04.2008 | Attraktivität des mobilen Internets gestiegen |
| 17.04.2008 | 5,2 Millionen Songs werden auf Handys geladen |
| 01.04.2008 | Handys der neuen Generation |
| 11.03.2008 | connect: Die wichtigsten Handy-Highlights 2008 |
| 20.02.2008 | CeBIT 2008: Handy-Neuheiten zum Anfassen |
| Alle Meldungen zum Thema Trends | |
Weitere Meldungen zum Unternehmen |
|
| 10.06.2008 | Wie telefoniert Deutschland - Wie zufrieden sind Handy-Nutzer? |
| 07.05.2008 | Telefonie-Talente zum kleinen Preis |
| 09.04.2008 | Zwölf aktuelle Kamera-Handys im "connect"-Test |
| 11.03.2008 | connect: Die wichtigsten Handy-Highlights 2008 |
| 14.02.2008 | Neuer Trend: Dual-SIM-Handys |
|
Alle Meldungen zu connect |
|
[ « vorherige | News-Startseite | aktuelle Nachrichten | nächste » ]