Eisprung im Handy
Um mehr weibliche Käufer zu gewinnen, setzen einige IT- Hersteller immer gezielter auf Produkte für Frauen. Die Frauen- Service-Funktionen gehen dabei oftmals zu weit.
Die Zeiten, in denen die neuesten technischen Geräte nur für Männer interessant waren, sind längst vorbei. Inzwischen müssen sich die Produktdesigner mit Frauen als Zielgruppe auseinander setzen. Technologiebewusste, finanziell unabhängige Frauen stellen eine kaufkräftige Konsumentenschicht dar, die die Branche zu nutzen gedenkt.
Männer treffen Kaufentscheidung -
Wu Teng Guo, Manager beim Elektronikkonzern Toshiba in Singapur, sagte gegenüber der Nachrichten-Website TheStraitsTimes.com, Marktforschungen hätten ergeben, dass Frauen immer öfter eigene Kaufentscheidungen in Bezug auf computerisierte Geräte träfen. Bis vor kurzem wurden selbst die Rechner, die von Frauen ständig genutzt wurden, auf Grund einer männlichen Auswahl gekauft.
Frauen als Schlüssel zum Glück -
Firmen wie Toshiba und der Mobiltelefon-Hersteller Ericsson, dessen neues Telefon T66 nächsten Monat auf den Markt kommt und in erster Linie Frauen ansprechen soll, entwickeln Produkte für beiderlei Geschlecht. Aber weibliche Kundschaft spielt eine Schlüsselrolle, sowohl im Produktdesign als auch im Marketing.
Die Koreanische Firma Samsung fertigt eine große Anzahl von elektrischen Geräten für Konsumenten an, darunter das SGH-A200-Telefonmodell, das zwar ursprünglich nicht direkt für Frauen konzipiert war, für das aber im letzten Jahr mit weiblichen Models geworben wurde und das von seiner Form her sehr feminin wirken soll.
Kalorientabelle in der Puderdose -
Samsungs neustes Modell, das SGH-A400 ist nun ausschließlich für Frauen konzipiert. Das 80 Gramm schwere Mobiltelefon kann auf seinem Monitor sowohl den Fettgehalt von Nahrungsmitteln anzeigen, als auch Kalorien zählen und den Menstruationszyklus anzeigen. Das Telefon kann laut seiner «rosa Tabelle» sogar anzeigen, wann der günstigste Tag zur Empfängnis wäre. Das Telefon, das aussieht wie ein Puderdöschen, gibt es dann in den Farben weinrot, creme, blau und schwarz. Es soll knapp 600 Dollar kosten.
Typisch männlich -
Auffällig ist, dass die Handys für Frauen wiederum von Männern gemacht sind, die offensichtlich glauben, dass Frauen eine Fettgehalts- und Kalorientabelle in ihrem Handy brauchen und darauf Wert legen, jede Minute des Tages ihren Menstruationszyklus zur Hand haben, getarnt als Puderdose. Jedoch nicht alle Firmen sind der Meinung, das es geschlechtsspezifische Handytechnik geben muss. Nokia Manager Kitty Fong ist der Meinung, das unterschiedliche Klingeltöne, Grafiken, Farben und Cover genug differenzieren, unabhängig vom Geschlecht.
eingesandt von: Fenna Harms am 29.01.2002 17:17 Uhr
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