München/Augsburg - "In bayerischen Wohngebieten ist die Elektrosmog-Belastung nur sehr gering", zog Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf nach Abschluss der ersten Messkampagne des landesweiten Elektrosmog-Beobachtungssystems Bilanz. Rechtzeitig vor dem zum Jahresende angekündigten Start der neuen Mobilfunkgeneration UMTS wurde an 400 statistisch ausgewählten Messorten in bayerischen Wohngebieten die elektromagnetische Belastung im Freien gemessen. Alle Hochfrequenz-Messwerte lagen unter 4 Prozent des bundesweit gültigen Grenzwerts. Über alle Messorte gemittelt lag der Anteil der durch Radio- bzw. Fernsehsender verursachten hochfrequenten Belastung nur bei 0,48 bzw. 0,24 Prozent des Grenzwertes; die herkömmliche GSM-Mobilfunk-Belastung bei 0,34 Prozent. Schnappauf: "Bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte besteht nach Auffassung unabhängiger Expertenkommissionen keine Gesundheitsgefahr."
Trotzdem nimmt Bayern nach den Worten Schnappaufs die Sorgen und Ängste vor allem elektrosensibler Bürger angesichts der zahlreichen elektromagnetischen Quellen ernst. Neben Radio, Fernseher, GSM- und künftig UMTS-Mobilfunk ändern auch Technologien wie 'bluetooth' oder digitales Radio und Fernsehen die Anzahl elektromagnetischer Felder (EMF) rasant. Deshalb hat das Umweltministerium bereits Mitte 2001 ein deutschlandweit einmaliges EMF-Monitoring gestartet.
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Die jetzt abgeschlossene erste Messkampagne lieferte eine Fülle an Daten, die derzeit weitergehend auswertet werden. Neben den Daten der Strahlungsintensität erhoffen sich die Fachleute am Landesamt für Umweltschutz wichtige Rückschlüsse bei der detaillierten Auswertung der Tagesverläufe und der Anteile der Quellen an der Strahlung. Die Monitoring-Erkenntnisse werden nach Abschluss der Auswertung in einem projektbegleitenden Fachbeirat mit Experten aus verschiedenen Ländern erörtert und bewertet. Ziel ist, alle 2 bis 3 Jahre die EMF-Messungen landesweit zu wiederholen, um Vergleichsdaten für eine Trendanalyse und damit ein Steuerungsinstrument zu erhalten.
Für das unsichtbare elektromagnetische Umfeld hat sich der Begriff 'Elektrosmog' eingebürgert. Dabei werden niederfrequente Felder, die von Hochspannungsleitungen und elektrischen Haushaltsgeräten ausgehen, von hochfrequenten Feldern wie Radio-, TV- und Mobilfunk-Sendern unterschieden. Die in Deutschland zum Schutz der Bevölkerung in der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung festgelegten Grenzwerte stützen sich auf internationale Empfehlungen unabhängiger Experten wie der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung und der Weltgesundheitsorganisation.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen
eingesandt von: Terhi Varkila am 14.10.2003 16:32 Uhr
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