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Gesundheitsmarkt: Telemedizin

Jederzeit – auch nachts und feiertags – Rat und Hilfe

Menschen, die eine Herzerkrankung hatten oder haben, reagieren besonders besorgt auf jede Veränderung der Befindlichkeit. Aber was tun, wenn kein Arzt in der Nähe ist oder wenn man nur sicherstellen will, dass das momentane Unwohlsein kein sich anbahnender Infarkt ist? Ein professioneller Vorsorgepartner ist das Telemedizinische Zentrum in Düsseldorf, das 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Rat und Hilfe bietet.

Walter ConradsDas Telemedizinische Zentrum gehört zur Philips HeartCare Telemedicine Service Deutschland GmbH, eine Tochter des Philips Konzerns, die zu den führenden Entwicklern und Anbietern von medizintechnischen Geräten weltweit zählt. "Der Gesundheitsmarkt wird sich in Zukunft mehr und mehr hin zum Konsumenten entwickeln", so Walter Conrads (Foto links), Sprecher der Geschäftsführung von Philips in Deutschland.

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Für das medizinische Fachpersonal des Telemedizinischen Zentrums in Düsseldorf sind gute Kommunikationsfähigkeiten die geradezu entscheidende Schlüsselqualifikation. Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, sind ihre Telefone besetzt, um Herzkranke beruhigen und beraten zu können. Die Gespräche werden nach genau festgelegtem Protokoll geführt, trotzdem ist ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen erforderlich.

Elisabeth Kohnen, gelernte Fachschwester für Kardiologie und Kardio-Chirurgie, die ein Team von 15 Krankenpflegeschwestern und Krankenpflegern leitet: "Die Anrufer sind oftmals sehr nervös. Und wir können ihnen nur dann helfen, wenn sie sich strikt an unsere Anweisungen halten. Das setzt bei aller Professionalität sehr viel Sensibilität in der Kommunikation voraus."

Die 37-Jährige ist krisenerprobt. Mehrere Jahre war sie Pflegedienstleiterin auf herzchirurgischen Intensivstationen, unter anderem an der Uni-Klinik in Köln. Sie weiß, welche Ängste Herzkranke manchmal durchleiden. Und sie kennt die Symptome, die auf eine akute Notfallsituation hindeuten. Diese Erfahrung ist eine weitere Grundvoraussetzung, um am Telemedizinischen Zentrum in Düsseldorf arbeiten zu können. Denn bei jedem Anruf, der hier eingeht, könnte es um Leben oder Tod gehen.

Telemedizin ist eine noch sehr junge Form im Markt der Gesundheitsdienstleistungen. Sie hat allerdings ein gewaltiges Entwicklungspotenzial. In den USA ist die häusliche Krankenversorgung bereits das am zweitschnellsten wachsende Wirtschaftssegment. Und alles spricht dafür, dass diese Form der Patientenbetreuung auch in Deutschland ein Erfolgsmodell werden könnte. Die technologische Entwicklung wird eine Vielzahl von Diensten ermöglichen, die Patienten das Leben leichter und angenehmer machen. Das Gesundheitssystem könnte von erheblichen Kosten entlastet werden.

Seit seinem Start im vergangenen Jahr hat das Telemedizinische Zentrum in Düsseldorf rund 3.000 Patienten betreut, einige nur in Phasen der Rehabilitation nach operativen Eingriffen, andere, die durch Bluthochdruck, Herzrasen oder andere relevante Probleme ein dauerhaft erhöhtes Gefährdungspotenzial haben, sind schon zu 'Stammkunden' geworden. Die Anbindung an das Telemedizinische Zentrum ersetzt im Ernstfall nicht den Arzt. Aber sie verschafft Sicherheit, dass der Ernstfall rechtzeitig erkannt wird und dass schnellstmöglich entsprechende Notfallmaßnahmen eingeleitet werden.

Übermittlung des EKGs und anderer Daten per TelefonWie funktioniert die Telemedizin? Das Betreuungskonzept setzt die aktive Mitarbeit des Patienten, besser des Kunden voraus. Er erhält ein kleines handliches Gerät, mit dem er zu jeder Zeit an jedem Ort selbst ein EKG erstellen kann. Diese Daten werden in einen Signalton umgewandelt, der per Festnetz- oder Mobiltelefon ans Telemedizinische Zentrum übertragen und dort wiederum in die Ausgangsdaten übertragen wird. Noch während der Anrufer mit dem Fachpersonal im Telemedizinischen Zentrum telefoniert, werden die EKG-Daten computergestützt ausgewertet und zusätzlich mit der Patientenhistorie abgeglichen. Gibt es Hinweise auf Durchblutungsstörungen oder eine Überdosierung von Medikamenten? Ist der Puls zu hoch, zu niedrig oder unregelmäßig? Weisen die kardiologischen Daten gar auf einen Herzinfarkt hin? Binnen Minuten liegt das Ergebnis vor. Was dann geschieht, ist eine Frage des Befunds.

Elisabeth Kohnen: "Die Spannbreite der Reaktionsmöglichkeiten ist groß. Am liebsten ist es uns natürlich, wenn wir Entwarnung geben können. Beim geringsten Hinweis auf eine Gefährdung ziehen wir einen der bei uns tätigen Ärzte zu Rate. Und im Notfall alarmieren wir die Rettungsleitstelle, die dem Anrufer am nächsten ist."

Der Anrufer ist für das Fachpersonal des Telemedizinischen Zentrums kein Unbekannter. Als Abonnent der telemedizinischen Dienstleistung kann er, jederzeit – auch nachts und feiertags – um Rat und Hilfe bitten. Beim Anruf weist er sich durch eine Identifikations-Nummer aus. Sie ermöglicht es dem Fachpersonal, sofort sämtliche Personen- und Krankheitsdaten auf den Bildschirm zu rufen, darunter auch ein Referenz-EKG, das zu Anfang des Betreuungsverhältnisses im Ruhezustand aufgenommen wurde. So können beim EKG auch Abweichungen von der individuellen Norm festgestellt werden.

Noch steckt die Telemedizin in Deutschland in den Anfängen. Der Service ist zunächst auf Kunden mit kardiologischen Problemen begrenzt. Er kann selbstverständlich auch von Menschen genutzt werden, die noch keinerlei Gesundheitsproblem hatten, die aber Risikogruppen zugerechnet werden oder die Gesundheitsvorsorge besonders ernst nehmen. 

Quelle: Philips 
Foto: Philips Telemedizin

eingesandt von: Terhi Varkila am 18.08.2003 13:09 Uhr

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