20. September 2002
Energieversorger und Versicherungen nutzen bisher, dass in Karlsruhe jeder Blitz über Deutschland registriert wird.Und nicht nur über Deutschland, sondern über ganz Europa. Undjetzt können auch Privatleute die Gewitterwarnung abonnieren.
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Der 44-jährige Ingenieur Stephan Therns leitet "Blids" das ist die Abkürzung des "Blitzinformationsdienstes Siemens". 14 Messstationen allein in Deutschland fangen die elektromagnetischen Wellen jedes Blitzes ein, der herniedergeht, und bestimmen den Einschlag bis auf 300 Meter genau, den Ort, die Schwere und die Zugrichtung des ganzen Kladderadatsch.
Energieunternehmen wissen das zu schätzen, weil sie nun schneller die Stellen finden, wo´s mal wieder in die Hochspannung krachte. Auch Wetterdienste bedienen sich Blids´ für ihre Weissagungen. Und, natürlich, Versicherungen: Bis zu ein Drittel der Blitz-Schadensmeldungen soll falsch sein, schätzt die Branche; da hilft für die grobe Erstinformation schon mal die Anfrage bei Blids, ob´s in der fraglichen Zeit im Himmel überm Schadensfall überhaupt gewitterte. "Wenn es da Zweifel gibt, gehen die Gutachter gleich mit ganz andern Augen an den Fall", sagt Thern.
Zehn Jahre macht er das jetzt, festzuhalten, wie das Wetter herumtollt: "Das Normale sind Rekorde und Extreme. Das Spannende am Wetter ist: Es ist jedesmal anders", sagt er. Jahre waren dazwischen mit lächerlichen 600 000 Blitzen auf Deutschland, andere mit zwei Millionen. Am meisten blitzt es im Frühsommer, am seltensten in Nordschleswig (8443 Blitze 1991-2000), am häufigsten im Südwesten (101 330 Blitze), wo in der Regel die Wetterfronten feurig aufeinanderprallen. Seit neuestem können auch Privatleute, per SMS oder Mail, die Gewitterwarnung abonnieren und den Grundtext selbst ersinnen: "Gewitter in xx Kilometern Entfernung" kann es dann simsen, aber auch einfach "Mach´ besser das Cabrio zu".
eingesandt von: Sylvia Truppner am 20.09.2002 14:01 Uhr
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