Göttingen - Immer mehr Jugendliche, aber auch Kinder im Grundschulalter, besitzen ein eigenes Mobiltelefon. In den letzten Monaten sind zahlreiche Gewaltvideos auf Handys von Kindern und Jugendlichen gefunden worden. Daraufhin ist eine heftige Debatte in Medien und Gesellschaft entbrannt, inwieweit Handys überhaupt in Kinderhände gehören. Viele Eltern sind verunsichert, ob sie Ihrem Kind noch ein eigenes Mobiltelefon erlauben sollten bzw. wie sie es vor solchen Videos schützen können.
Martin Müller vom Onlinemagazin teltarif.de rät: "Für Kinder ab 10 Jahren kann ein Handy durchaus sinnvoll sein, vor allem wenn sie alleine längere Wege zurücklegen müssen. Die Eltern können dann bei Verspätungen oder Notfällen schnell benachrichtigt werden." Für den Anfang empfiehlt sich die Benutzung eines günstigen Einsteigermodells in Kombination mit einer Prepaidkarte. Zudem sollte beim Kauf darüber nachgedacht werden, ob nicht zum Beispiel auf eine Kamera oder Bluetooth verzichtet werden kann.
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Auch viele Schulen haben bereits auf die Debatte reagiert. Ein generelles Handy-Nutzungsverbot an Schulen gibt es aber bisher nur in Bayern. Das Telefon muss hier auf dem Schulgelände ausgeschaltet werden und darf nur im "Notfall" zum Einsatz kommen. Generell hat aber jede Schule die Möglichkeit, eigene Verordnungen bezüglich der Handynutzung zu erlassen, auch ohne dass eine landesweite Regelung getroffen wurde.
Die jeweiligen Schulverordnungen sind jedoch irrelevant, wenn es sich um Gewaltvideos oder andere rechtswidrige Inhalte handelt. Die Verbreitung derartiger Videos ist eine Straftat, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen kann. "Allein durch Handyverbote an Schulen wird das Problem mit Gewaltvideos aber nicht behoben, sondern nur vor die Schultore verlagert", sagt Martin Müller. Allen Eltern rät Müller deshalb: "Eltern sollten sich mit den technischen Möglichkeiten moderner Handys auseinandersetzen und danach mit ihren Kindern positive Seiten, aber auch die Gefahren eines Handys in Kinderhand diskutieren. Im Anschluss sollten gemeinsam klare Regeln zur Handynutzung vereinbart werden." Ein vertrauensvolles Gespräch zwischen Eltern und Kind kann hier viel mehr bewirken als alle Verbote.
Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.teltarif.de/arch/2006/kw36/s23021.html und http://www.teltarif.de/arch/2006/kw36/s23004.html
Quelle: teltarif.de
Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
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eingesandt von: Terhi Varkila am 12.09.2006 11:53 Uhr
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