Handy-Vertrag mit eingebauter Kostenkontrolle ist Mogelpackung
Da bislang nur bei Prepaidkarten mit "voller Kostenkontrolle" geworben wurde, will Talkline zum Februar mit dem Tarif Talkline Tipp einen Handy-Vertrag anbieten, der ein Limit von monatlich 51 Euro hat. Wenn diese Grenze erreicht ist, werden abgehende Gespräche gesperrt.
Eine SMS informiert dann den Kunden über diese Sperrung. Sind die Leitungen erst einmal tot, hilft der Weg zur Bank und ein Fax an Talkline mit dem Bareinzahlungsbeleg. Innerhalb weniger Stunden soll man dann wieder freigeschaltet sein. Andernfalls kann erst wieder zu Beginn des folgenden Monats telefoniert werden. Anrufe können aber weiterhin jederzeit angenommen werden. Auch die Notrufnummern bleiben stets erreichbar.
Vorteil dieses Vertrages: 0190er-Nummern sowie Telefonate ins und im Ausland sind grundsätzlich nicht möglich. Darüber hinaus sind in diesem Vertrag, der für die Netze T-Mobile, Vodafone und E-Plus angeboten wird, zehn Frei-SMS enthalten.
Mit Erschrecken der Blick ins Kleingedruckte
"Aus technischen Gründen kann frühestens 2 Tage nach Entstehung der Gesprächskosten die Prüfung/Sperrung durchgeführt werden. Gesprächskosten, die aus diesem Grund über das Limit von 51 Euro hinaus entstehen, sind daher ebenfalls vom Kunden zu entrichten", so Talkline.
Mit anderen Worten: Wer seinem Kind als Taschengeld diesen Handyvertrag spendiert, muss darauf hoffen, dass die Telefonate mit Erhalt der SMS eingestellt werden. Denn dann kann es noch zwei Tage dauern, bis die Sperrung tatsächlich wirksam ist. Wer sein Telefonierverhalten nicht im Griff hat, kann in dieser Zeit viel Geld vertelefonieren. Eine wirksame Kostenkontrolle ist dieser Vertrag also nicht.
Horrende Gesprächsgebühren
Da eine Prepaidkarte die Kostenkontrolle bereits eingebaut hat, sollte der Talkline- Tarif zumindest bei den Tarifen seine Stärken ausspielen. Andernfalls würde eine 24- Monatsbindung gar keinen Sinn machen. Aber auch hier wurden wir überrascht. Drei Euro Grundgebühr sind vergleichsweise wenig, zwölf Euro Mindestgesprächsumsatz dagegen unverhältnismäßig hoch.
Die Gebühren für Telefonate ins Festnetz sind ebenfalls alles andere als günstig: 75 Ct/min tagsüber, 29 Ct/min in der Nebenzeit und 9 Ct/min am Wochenende. Das ist Prepaid-Niveau. Es fragt sich also, worin der Vorteil dieses Vertrages gegenüber einer Prepaidkarte noch liegt. Onlinekosten.de rät von einem Abschluss dieses Vertrages ab.
Quelle: Talkline
(pgi)
eingesandt von: Fenna Harms am 29.01.2002 17:39 Uhr
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