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Jeder zweite Handy-Besitzer telefoniert zu teuer

Kunden schenken den Anbietern drei Milliarden Euro pro Jahr

Jeder zweite Handy-Besitzer telefoniert zu teuer.München –  Millionen von Verbrauchern in Deutschland bezahlen weit überhöhte Handy-Rechnungen und spülen den Anbietern jährlich mehrere Milliarden Euro zu viel in die Kassen. Darauf weist Verbraucherberater Xonio hin. Nach den Xonio-Recherchen liegen ältere Tarife teilweise um mehr als 180 Prozent über dem aktuellen Niedrigpreis-Niveau. Fazit: Noch nie hat sich ein Vergleich und der Wechsel auf ein aktuelles Angebot mehr gelohnt als heute.

Die Mobilfunk-Anbieter übertreffen sich derzeit darin, immer niedrigere Preise publikumswirksam zu propagieren. Genauso geschickt aber halten sie ausgerechnet ihre Stammkunden auf Abstand zu ihren Discount-Angeboten. Und sie haben noch immer längst veraltete und überteuerte Tarifmodelle im Angebot.

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Für die Anbieter geht es um Milliardenbeträge, wie eine einfache Rechnung zeigt: Ein Normaltelefonierer, der monatlich auf 25 Kurznachrichten und 60 Gesprächsminuten inklusive sieben Minuten Mailbox-Abfrage kommt, bezahlt dafür bei einem Discount-Tarif wie etwa Simyo 11,23 Euro. In den "Immer 45-Cent"-Tarifen von mobilcom zum Beispiel werden für die exakt gleiche Leistung stolze 31,75 Euro fällig. Das sind 20,52 Euro Aufpreis, was einem Plus von mehr als 180 Prozent entspricht.

Wer nun meint, das wäre eine unrühmliche Ausnahme, der irrt. Unter den Flop 10 der Horror-Tarife, die Xonio zusammengestellt hat, finden sich sogar Angebote, bei denen pro Gesprächsminute bis zu 99 Cent fällig werden. Und der Versand einer SMS schlägt in den meisten Tarifen noch immer mit 19 Cent zu Buche. Dabei bieten die Handy-Discounter inzwischen schon Minutenpreise ab 15 Cent, machen den Abruf der Mailbox häufig kostenfrei und verlangen pro verschickter SMS zwischen 11 und 14 Cent. Und das unabhängig davon, wann und wohin der Kunde anruft und in welches Netz seine Kurznachricht zielt. Selbst Mindestumsätze und Grundgebühren sind bei den Discountern kein Thema.

Zehn Euro pro Kunde und Monat – drei Milliarden bei den Anbietern
Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner: "Rechnet man das hoch, kommt man auf horrende Summen. Wenn beispielsweise etwa jeder zweite Handy-Nutzer, das sind rund 30 Millionen Verbraucher, auch nur zehn Euro im Monat mehr bezahlt als nötig – und das ist durchaus realistisch –, dann ergibt sich eine zu viel bezahlte Summe von stolzen 300 Millionen Euro im Monat oder 3,6 Milliarden pro Jahr.“ Der Xonio-Chefredakteur fordert deshalb: "Als erste Maßnahme sollten die Anbieter ihre veralteten Tarifangebote sofort aus dem Programm nehmen."

Die übelsten Tarif-Ausrutscher und detaillierte Informationen über die aktuellen Billig-Angebote finden sich unter www.xonio.com.

Quelle: Xonio  
Foto: Samsung

eingesandt von: Terhi Varkila am 05.12.2005 12:34 Uhr

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