Jugendliche haben Handy-Rechnungen häufig nicht unter Kontrolle
Leipzig (ddp). Immer mehr Jugendliche haben ihre Handy-Rechnungen nicht unter Kontrolle. Die Schuldnerberater der Verbraucher-Zentrale Sachsen registrieren eine deutliche Zunahme von jungen Erwachsenen, die sich durch ihr Handy zum Teil hoch verschuldet haben. Die Jugendlichen hätten häufig Rechnungen von 2.000 bis 3.000 Mark offen. In Einzelfällen reichten die Schulden sogar in den fünfstelligen Bereich, sagte die Referatsleiterin für Dienstleistungen bei der Verbraucher-Zentrale, Evelin Voß, der Nachrichtenagentur ddp in Leipzig.
Die Verbraucherschützer raten Jugendlichen, vor einem Handy-Kauf genau zu überlegen, ob die Anschaffung wirklich notwendig ist. Außerdem sollten sie sich ausführlich über die Vertragsbestimmungen informieren. Häufig könne schon viel Geld gespart werden, wenn der richtige Vertrag abgeschlossen wird, sagte Voß. So sei zu überlegen, mit wem am häufigsten telefoniert wird oder welchen Telefonanbieter die Freunde nutzen. So seien Gespräche innerhalb eines Netzes sehr viel günstiger als von einem Netz in ein anderes. Entscheidend sei auch die Tageszeit, in der das Handy am meisten genutzt wird. So koste eine Minute am Tage unter Umständen knapp zwei Mark und am Abend nur noch 40 Pfennig.
Eine große Falle ist nach Erkenntnissen der Verbraucherschützer die Kurznachricht SMS. «Das ist eine Lizenz zum Geld drucken für die Telefonanbieter», sagte Voß. Auch mit Vertrag koste eine SMS in der Regel zwischen 15 und 20 Pfennig. Da die Jugendlichen häufig keinen Überblick hätten, wie viele SMS sie verschicken, folge bei der Abrechnung die große Überraschung. «Die Anbieter sind rigoros und schicken schnell den Gerichtsvollzieher», warnte Voß. Bei den Firmen stauten sich ausstehende Zahlungen in Millionenhöhe.
Eltern, die ihren Kindern ein Handy zur Verfügung stellen wollen, sollten sich für ein Pre-Paid-Handy entscheiden, empfehlen die Verbraucherschützer. Diese Telefone haben eine Karte, die wieder aufgeladen werden muss. «Damit haben die Jugendlichen eine bessere Kontrolle über ihr Telefonverhalten», sagte Voß. Wenn sie die Karte außerdem vom Taschengeld wieder aufladen müssten, könnten sie sich selbst disziplinieren.
Quelle: ddp, 09.11 2001
eingesandt von: Christian Treschan am 12.11.2001 09:24 Uhr
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