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Kleine Handy-Tastatur ist für Männerhände eine Zumutung

Qualität und Größe der Tastatur sind für viele Männer ein Ärgernis

Berlin - Ob beim SMS-Schreiben, Spielen oder bei der Anwendung neuer Datenservices: Wer keine zierlichen Finger, sondern Männerpranken hat, dem kann der Spaß an seinem Mobilfunkgerät schnell vergehen. Dabei wird der Kundenwunsch zum Drahtseilakt, denn immer kleinere Handys sollen eine ausreichend große Tastatur beibehalten. Das zeigt das aktuelle Mobilfunk-Tracking des Institutes Metrinomics unter ca. 2400 deutschen Mobilfunkkunden.

Innerhalb weniger Jahre hat sich aus klobigen, schweren Mobiltelefonknüppeln die kleine, grazile Gerätschaft moderner Handys entwickelt. Wie und wo es auch immer geht, wird an Größe und Gewicht gespart. Und auf Wunsch der Kundschaft dürfte sich die Miniaturisierung der Geräte weiter fortsetzen. Wird der Bogen indes überspannt, droht die Zufriedenheit mit einzelnen Leistungsmerkmalen in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Genau an diesem Scheideweg ist die Handy-Tastatur angelangt.

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Ihre Qualität entspricht laut allen Befragten der aller anderen Leistungsmerkmale des Handys: Zwei von drei Kunden sind damit zufrieden. Wird ein Blick hinter die Kulissen geworfen, so offenbart sich hingegen eine enorme Kluft zwischen den Geschlechtern. Unter Frauen ist eine große Mehrheit von der Tastatur angetan, bei Männern sind lediglich etwas mehr als die Hälfte von deren Qualität überzeugt. Ein Unterschied, der sich offenbar auf die Größe und Zuverlässigkeit der Tasten sowie die fehlenden bzw. zu geringen Zwischenräume bezieht. Aus der Sicht der Männer ist die Tastatur so klein geworden, dass das Tippen und Klicken für sie zum Ärgernis wird. Zügiges Schreiben von SMS-Texten, eine der begehrtesten Anwendungen, oder die Nutzung von Spielen wandeln sich ungewollt von einer Routinetätigkeit zu einer Geschicklichkeitsübung.
Zufriedenheit mit Leistungsmerkmale des Handys
Daher erstaunt es nicht, dass die Zufriedenheit mit Herstellern, die Handys mit besonders kleinen Tasten in ihrem Programm und/ oder einen überproportional hohen Anteil männlicher Kundschaft haben, vergleichsweise gering ist. Entgegen den ansonsten zumeist überdurchschnittlichen Kundenbewertungen schiebt sich Siemens bei diesem Leistungsmerkmal unrühmlich in den Vordergrund. Nur jeder zweite seiner männlichen Kunden ist mit der Tastatur zufrieden. Damit liegt Siemens satt unter dem Durchschnitt. Nokia, gegenwärtig stärkster Wettbewerber in Deutschland, wird indes deutlich besser bewertet.

Um den Kundenwünschen gerecht zu werden, müssen die Hersteller einen Spagat vollbringen. Auf der einen Seite wird die Entwicklung von immer kleineren, leichteren und zugleich leistungsfähigeren Handys gefordert. Auf der anderen Seite soll die Tastatur zuverlässig und ausreichend groß bleiben. Dazu Metrinomics Geschäftsführer Hans-Jürgen Schmolke: "Die Handy-Tastatur hat eine kritische Größe erreicht. Eine schnelle Dateneingabe ist für viele Männer kaum noch zu bewältigen, da man mit der Miniaturisierung der Tasten für einen Großteil der User übers Ziel hinausgeschossen ist. Dabei wird angesichts vieler neuer Datenservices das Tippen und Klicken im täglichen Gebrauch immer wichtiger. Eine Lösung des Problems wäre die Genese von Handys, die in ihrer Größe und beim Design geschlechtsspezifisch angepasst sind."

Quelle: Metrinomics   

eingesandt von: Terhi Varkila am 14.04.2004 10:22 Uhr

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