München (hg) – Hier ein Logo, da eine fest belegte Taste: Mit "Branding" geben Netzbetreiber den von ihnen subventionierten Handys ein neues Gesicht. Dieses Lifting kann für den Nutzer teuer werden – etwa, wenn er sich versehentlich ins mobile Internet einwählt. Verbraucherberater Xonio informiert über Branding und sagt, was Handy-Besitzer dagegen unternehmen können.
Die Branding-Variationen reichen vom einfachen Betreiber-Logo auf dem Gehäuse bis zum Handy mit spezieller Software und Internet-Taste. Während die Branchenführer T-Mobile und Vodafone voll auf Branding setzen, macht O2 "Branding light". E-Plus dagegen distanziert sich komplett davon.
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Über den Nutzen des Brandings für Handy-Besitzer lässt sich streiten. Allerdings, so Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner (Foto rechts): "Wenn dem Nutzer dadurch zusätzlich – und im schlimmsten Fall sogar ungewollt – Kosten entstehen, hört der Spaß auf."
Vom Logo bis zum teuren Schleichweg ins Internet
Die einfachste Form des Brandings ist ein auf das Gehäuse gedrucktes Netzbetreiberlogo. Das mag zwar das ästhetische Empfinden des Einen oder Anderen stören – das war´s dann aber auch schon. Zweite Stufe sind gebrandete Modelle, bei denen Menü-Icons und -Struktur des Handys an das jeweilige Netzbetreiber-Portal angepasst sind. Dahinter steckt die Hoffnung der Anbieter, dass sich der Nutzer in ihrem WAP-Angebot besser zu Recht findet und dieses Angebot bevorzugt nutzt.
Gebrandete Handys besitzen oft eine Taste, die den Zugang zum WAP-Portal des Betreibers aktiviert. Bei einigen Modellen weisen die Hersteller diese Funktion einer speziell dafür bestimmten Taste zu. Häufig nutzen Sie dafür aber auch einen so genannten Softkey – also eine programmierbare Taste, die der Nutzer beim ungebrandeten Handy frei mit seinen Wunschfunktionen belegen kann.
Knackpunkt: Im Stand-by-Modus gedrückt, bringen die WAP-Zugangstasten das Handy online. Dadurch können dem Nutzer ungewollt zusätzliche Kosten entstehen. Vor allem bei der Softkey-Variante kann es schnell zum unerwünschten Verbindungsaufbau kommen, da diese Tasten in der Regel auch fürs Navigieren durchs Menü genutzt werden.
Umwege aus der Online-Falle
Im Prinzip gibt es für den Besitzer eines gebrandeten Handys drei Wege, um die Online-Falle zuverlässig zu umgehen.
Erstens: Den Internet-Zugang bewusst falsch programmieren. Dazu muss der Nutzer in die WAP-Einstellungen seines Handys – etwa beim Einwahlpunkt – absichtlich falsche Verbindungsdaten einbauen. Diese Möglichkeit ist zwar kostenlos, aber nicht sehr elegant. Denn sie verbaut den Weg ins mobile Internet komplett und macht ihn erst wieder frei, wenn die Einstell-Daten wieder stimmen. Hinzu kommt: Mit dem Motorola E550 ist bereits das erste (von T-Mobile) gebrandete Gerät auf dem Markt, bei dem sich die Einstellungen für den Zugangspunkt nicht mehr ändern lassen.
Zweitens: Den Datenverkehr stoppen. Hier ist der Effekt ähnlich wie bei Umweg Nummer eins: Der Nutzer unterbindet den Datentransport per GPRS/UMTS komplett. Alle Netzbetreiber außer T-Mobile bieten eine solche Sperre an. So können etwa Vodafone-Vertragskunden den Datenverkehr gegen eine einmalige Gebühr von 4,95 Euro stoppen lassen. Nachteil: Nach Aktivierung der Sperre lassen sich keine MMS oder E-Mails mehr empfangen oder versenden. Außerdem funktionieren weder WAP noch der Klingelton-Download.
Riskante Lösung: De-Branding
Die dritte Möglichkeit – De-Branding – ist riskant und nicht ganz billig. Dabei wird das gebrandete Handy mit Hersteller-Firmware in den Originalzustand zurück versetzt. Versierte Handy-Nutzer können das mittels passender Hardware (Twister Flasher) und Software selbst erledigen. Nachteil: Beides gibt’s nicht gratis an jeder Ecke. Im Übrigen droht der Verlust der Hersteller-Garantie.
Wer sich darauf nicht einlassen will, kann auf einen Internet-Dienstleister wie Smartmod.de oder Mptelecom.de vertrauen. Sie bringen das Handy wieder auf Null – nach eigenen Angaben sogar unter Wahrung der Garantieansprüche. Allerdings gelten die Angebote nur für Modelle bestimmter Hersteller. Und die Kosten liegen bei 20 bis 30 Euro. Ähnliche Services bietet auch mancher Mobilfunk-Händler – hier ist in der Regel gezieltes Fragen angebracht, da die meisten Händler diese Dienstleistung mit Rücksicht auf die Netzbetreiber nicht aktiv anbieten.
Ein weiteres Problem: Beim De-Branding werden Kontakte, SMS, Spiele, Bilder, Videos, Klingeltöne sowie sämtliche Einstellungen vom Handy gelöscht und durch die Originaldateien des Herstellers ersetzt. Dafür aber kann der Nutzer wieder frei über die einzelnen Funktionen und Tasten seines Geräts verfügen. Außerdem arbeitet das Handy nach Angaben von Nutzern häufig zügiger und bietet mehr Speicherplatz.
Mehr Details zum Branding und wie man damit umgehen kann, finden sich bei Xonio unter www.xonio.com.
Quelle: Xonio
Über Xonio:
Xonio ist die führende journalistische Instanz zu mobiler Kommunikation und mobile Computing im deutschsprachigen Web. Xonio testet und bewertet umfassend die Produkte und Möglichkeiten der mobilen Welt und spürt heute kritisch die Trends auf, die sich morgen am Markt durchsetzen werden. Xonio steht damit an der Spitze der zunehmenden Verschmelzung des Computer-/IT-Marktes mit dem Mobilfunkmarkt. Mit mehr als 1,2 Millionen Besuchen (Visits) und über zwölf Millionen Seitenaufrufen pro Monat ist Xonio laut IVW das größte journalistische Mobilfunkportal im deutschen Web.
eingesandt von: Terhi Varkila am 21.04.2005 13:31 Uhr
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