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Mobilcom erhebt schwere Vorwürfe gegen France Télécom


Der Streit zwischen dem Telefonkonzern Mobilcom und seinem Großaktionär France Télécom um die UMTS-Finanzierung geht in die nächste Runde. Das Büdelsdorfer Unternehmen warf der France Télécom am Mittwoch vor, sie habe »die Öffentlichkeit in den vergangenen Tagen sehr missverständlich über ihre Finanzierungsverpflichtung gegenüber Mobilcom informiert«.

Diese Stellungnahmen hätten den Aktienkurs negativ beeinflusst und »große Schäden für Mobilcom und die Aktionäre des Unternehmens verursacht«. Die Anteilsscheine hatten in der vergangenen Woche deutliche Einbußen hinnehmen müssen.

Am Mittwoch kündigte Mobilcom an, man wolle als Reaktion darauf »wesentliche Teile des Kooperationsvertrags mit der France Télécom bekannt geben«. Über den Vertrag war ursprünglich Vertraulichkeit vereinbart worden. Durch die Veröffentlichung solle sich jeder selbst ein Bild von den Inhalten machen können. Dadurch sollen »Mobilcoms Interessen sowie die seiner Kreditgeber und Aktionäre geschützt werden«. Die Franzosen seien am Dienstag von dem Vorhaben unterrichtet worden. Sobald sie sich zu dem geplanten Schritt geäußert haben, wollen die Büdelsdorfer endgültig über die Veröffentlichung entscheiden. Die Antwort der France Telecom wird in Kürze erwartet.

Offensichtlich hat sich auch die französische Regierung mittlerweile in den Fall eingeschaltet. Die Tageszeitung Libération zitierte am Mittwoch einen Berater von Wirtschafts- und Finanzminister Laurent Fabius mit den Worten: »Die France Télécom muss sich aus diesem deutschen Sumpf zu einem günstigen Preis herauswinden. Sie hat keine andere Wahl mehr.« Diese Lösung würde laut Zeitung 4,2 Milliarden Euro kosten, das entspräche der Summe, die das verschuldete Staatsunternehmen in Mobilcom investiert hat.

Der Konflikt zwischen den beiden TK-Konzernen hat sich an zwei Themen entzündet. Zum einen ist France Télécom anders als Mobilcom-Chef Gerhard Schmid der Auffassung, dem laufenden Geschäftsplan zustimmen zu müssen. Dabei geht es vor allem um die Höhe der Investitionen in das neue UMTS-Handynetz. Die Unterschiede bei der Interpretation des Rahmenabkommens will France Télécom notfalls gerichtlich klären lassen. Zum anderen soll Mobilcom seinen Partner bis zum 7. März über die Umstände der Aktienkäufe von Sybille Schmid-Sindram aufklären. Schmids Ehefrau hält mehr als vier Millionen Mobilcom-Aktien, rund fünf Prozent des Kapitals. Ihr Mann verfügt über mehr als 40 Prozent des Aktienkapitals. France Télécom hält über seine Mobilfunktochter Orange 28,5 Prozent der Anteile.
(dpa/wk)

eingesandt von: Fenna Harms am 28.02.2002 10:51 Uhr

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