eine Seite zurück diese Seite zu den Favoriten hinzufügen diese Seite per E-Mail weiterempfehlen Volltext-Suche diese Seite ausdrucken zurück zur Startseite

MobilCom leitet Sanierung ein

Die Ergebnisse der Mobilcom im 2. Quartal sind folgt: Der Umsatz mit 520 Mio. Euro im 2. Quartal bleibt stabil, EBITDA: minus 49,7 Mio. Euro, Konzernverlust von 172,8 Mio. Euro geprägt durch Abschreibungen und UMTS auf dem Prüfstand.

29. August 2002

Die MobilCom AG (www.mobilcom.de) erzielte im 2. Quartal 2002 einen Umsatz von 520 Millionen Euro. Der Umsatzrückgang der letzten Quartale konnte damit gestoppt werden. Das EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal von minus 120,7 auf minus 49,7 Millionen Euro. Der Konzernverlust stieg von 116,4 Millionen Euro im 1. Quartal auf 172,8 Millionen Euro. Grund: Außerplanmäßige Abschreibungen und Bildung von Rückstellungen in Höhe von rund 150 Millionen Euro.

MobilCom steht vor zwei großen Aufgaben“, so Dr. Thorsten Grenz, seit Juni 2002 Vorsitzender des Vorstands. „Wir müssen das Service Provider Geschäft sanieren und die Pläne für das UMTS-Geschäft den veränderten Marktbedingungen anpassen. Beide Aufgaben haben wir in Angriff genommen und die ersten Maßnahmen bereits eingeleitet. Spürbare Einschnitte in allen Bereichen des Unternehmens sind dabei unvermeidbar.“
Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres erwartet MobilCom keine Verbesserung des Marktumfeldes. Die begonnene Restrukturierung wird erhebliche Aufwendungen erfordern, die insbesondere das Ergebnis des 3. Quartals belasten werden. Mit einer spürbaren Verbesserung der Ergebnissituation ist erst im Verlauf des Geschäftsjahres 2003 zu rechnen.

Anzeige


Mobilfunk
4,9 Millionen Kunden telefonierten Ende des 2. Quartals mit MobilCom. Die Kundenbasis hat sich damit nach Rückgängen zu Beginn des Geschäftsjahres knapp unter der Fünf-Millionen-Marke stabilisiert. Der Anteil der Vertragskunden ist auf 68,2 Prozent gestiegen und liegt damit signifikant höher als der Marktdurchschnitt mit 46 Prozent.

MobilCom erzielte im Segment Mobilfunk im 2. Quartal einen Umsatz von 368,4 Millionen Euro. Im 1. Quartal wurden 350,3 Millionen Euro Erlöse verbucht. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde (ARPU) stabilisierte sich. Die in den Vorquartalen zu beobachtende rückläufige Entwicklung hat sich im 2. Quartal nicht weiter fortgesetzt, sondern zeigt vielmehr einen moderaten Anstieg.

Die anhaltende Ergebnisschwäche im Kerngeschäft GSM-Mobilfunk belegt eindringlich die Notwendigkeit konsequenter Gegenmaßnahmen. Die Messlatte „Anzahl Kunden“ gehört der Vergangenheit an. Zukünftig geht es darum, attraktive Kunden zu vertretbaren Kosten zu gewinnen und zu halten. Darüber hinaus müssen Effektivität und Effizienz in allen Bereichen der Kundenbetreuung und Verwaltung erheblich und nachhaltig gesteigert werden.

Das Ergebnis des Segments „Mobilfunk“ wird im 3. Quartal dieses Jahres voraussichtlich durch erhebliche Restrukturierungskosten belastet werden.

Festnetz
Im Festnetzbereich bediente MobilCom im 2. Quartal 2002 nahezu acht Millionen Kunden. Dazu zählen 3,8 Millionen Call-by-Call-Kunden, 950.000 Telefon-Vertragskunden sowie 3,2 Millionen Internet-Kunden. Das Segment erwirtschaftete im 2. Quartal einen Umsatz in Höhe von 143,7 Millionen Euro und liegt damit geringfügig unter dem Wert des Vorquartals von 148,8 Millionen Euro. Der leichte Umsatzrückgang ist Folge eines höheren Anteils preisaggressiver Tarife im Bereich Internet. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) beträgt im 2. Quartal 25,3 Millionen Euro gegenüber 18,1 Millionen Euro im 1. Quartal. Konsequentes Kostenmanagement und Zurückhaltung bei Investitionen haben entscheidend dazu beigetragen, ein positives Ergebnis in diesem Segment zu erreichen (EBIT im 1. Halbjahr: 15,5 Millionen Euro).

UMTS
MobilCom hat derzeit rund 3.600 Standorte für UMTS-Basisstationen angemietet. Davon sind 1.800 bereits mit den nötigen Hochbau- und Elektroinstallationen ausgerüstet. Rund 900 Standorte sind bereits komplett mit UMTS-Sendeanlagen ausgestattet. MobilCom hält damit den selbstgesetzten anspruchsvollen Zeitplan ein. Damit befindet sich MobilCom auf gutem Wege, die Verpflichtung der UMTS-Lizenzbedingungen zu erfüllen, Ende nächsten Jahres 25 Prozent der Bevölkerung mit UMTS-Diensten zu versorgen.

Im Bereich UMTS sieht sich das Unternehmen jetzt mit der Herausforderung konfrontiert, die beachtlichen Fortschritte beim Netzwerkausbau mit der Marktentwicklung in Einklang zubringen. Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die für einen erfolgreichen kommerziellen Start erforderlichen Voraussetzungen schwer zu erfüllen sind: Zum einen fehlt es derzeit noch an überzeugenden, leistungsfähigen und kostengünstigen Endgeräten; zum anderen entwickelt sich die Nachfrage nach mobilen Datendiensten derzeit noch weitaus schwächer als erwartet.

Das Unternehmen überprüft zur Zeit die UMTS-Geschäftspläne vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen. Im 3. Quartal werden die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen umgesetzt. Hierzu zählt aller Voraussicht nach auch die Neubewertung der UMTS-Lizenz.
 
Die Ergebnisse im Überblick 

 

1. Halbjahr 2002

1. Halbjahr 2001

2. Quartal 2002

1.Quartal 2002

Umsatz

1.034,3 Mio. Euro

1.398,2 Mio. Euro

520,0 Mio. Euro 

514,3 Mio. Euro

EBITDA

-170,4 Mio. Euro

-31 Mio. Euro

-49,7 Mio. Euro

-120,7 Mio. Euro

EBIT

-358,6 Mio. Euro

-102,4 Mio. Euro

-198,5 Mio. Euro

-160,1 Mio. Euro

Perioden-ergebnis

-289,3 Mio. Euro

-71,4 Mio. Euro

-172,8 Mio. Euro

-116,4 Mio. Euro

Ergebnis pro Aktie

-4,4 Euro

-1,1 Euro

-2,63 Euro

-1,77 Euro

Quelle und Pdf-Datei: Mobilcom

eingesandt von: Sylvia Truppner am 29.08.2002 09:22 Uhr

« vorherige |  News-Startseite |  aktuelle Nachrichtennächste »  ]