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Mobilcom: Sanierungskonzept weist Weg zur Profitabilität


Der Vorstand der MobilCom AG hat heute dem Betriebsrat die Eckpfeiler des Sanierungskonzepts zur Verbesserung der wirtschaftlichen Basis der MobilCom AG vorgestellt.

27. September 2002

Das Sanierungsprogramm umfasst zwei wesentliche Bereiche: Die Restrukturierung im Kerngeschäft Mobilfunk sieht eine jährliche Einsparung in Höhe von 130 Mio. € vor. Unter anderem werden die Standorte Karlstein und Hallbergmoos geschlossen sowie die MobilCom-Aktivitäten am Standort Kiel eingestellt. Kurzfristiges operatives Ziel ist es, das Service-Provider-Geschäft im 1. Halbjahr 2003 zurück in die Profitabilität zu führen. Zusätzlich passt das Unternehmen seine UMTS-Aktivitäten der wirtschaftlichen und finanziellen Situation des Konzerns an: MobilCom friert gegenwärtig den UMTS-Netzaufbau ein, hält aber an der Lizenz fest. Das UMTS-Netz wird von drei – statt bisher zehn - UMTS-Niederlassungen und der Unternehmenszentrale aus gewartet.

Insgesamt sieht das Sanierungsprogramm einen Stellenabbau von rund 1.850 Vollzeitarbeitsplätzen vor. Davon entfällt ein Abbau von 850 auf das Kerngeschäft Mobilfunk und 1.000 auf den Bereich UMTS. MobilCom beschäftigt derzeit insgesamt 5.000 Mitarbeiter inklusive Teilzeit und Aus-hilfskräften (dieses entspricht rund 4.200 Vollzeitkräften). In den kommenden Wochen verhandeln der Vorstand und der Betriebsrat über einen ent-sprechenden Sozialplan und Interessenausgleich.

„Die schwierige Lage des MobilCom-Konzerns erfordert einen harten und entschlossenen Maßnahmenkatalog“, sagt Dr. Thorsten Grenz, Vorstand-vorsitzender der MobilCom AG. „Das kurzfristig greifende Sanierungskon-zept macht es uns möglich, unsere Geschäftsbasis zügig zu verbessern und effizient aufzustellen. Des Weiteren stoppt MobilCom ihren UMTS-Netzaufbau, hält jedoch an der UMTS-Lizenz fest“, sagt Dr. Thorsten Grenz. „Netzbestandteile werden gewartet. Das Unternehmen hält sich damit die Möglichkeit offen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder in UMTS zu investieren.“ MobilCom verfügt aktuell über 3.600 Standorte. Davon sind 1.800 mit Hochbau- und Elektroinstallationen ausgerüstet. 900 Standorte enthalten UMTS-Sendeanlagen.

Das Sanierungsprogramm für den Mobilfunk Service-Provider-Bereich umfasst vier wesentliche Sanierungspakete: die Restrukturierung der Organisation, ein Programm zur Senkung der Kundenakquisitionskosten, ein Beschaffungsoptimierungs-Programm und einen Maßnahmenkatalog zur Umsatzsteigerung. Die Gesamtkosten der Restrukturierung belaufen sich auf rund 100 Millionen €.

Restrukturierung der Organisation

Wesentliche Maßnahme dieses Sanierungspakets ist die Schließung der Standorte Hallbergmoos, Karlstein und Kiel. Vertrieb und Marketing der Tochterfirma Cellway werden nach Büdelsdorf verlagert. Alle Cellway- und MobilCom-Vertriebskanäle bleiben im vollem Umfang erhalten. Ebenso wird der Kundendienst gebündelt: Die MobilCom Call-Center-Aktivitäten am Standort Kiel werden eingestellt. Büdelsdorf und Erfurt übernehmen den gesamten Kundenservice. Der Kundenservice für die Bereiche Festnetz und Internet am Standort Kiel ist von den Maßnahmen nicht betroffen. Die Harmonisierung der Kundendienst-Prozesse führt zu weiteren Einsparungen beim Betrieb der Kundendienst-Hotlines und bei der entsprechenden IT-Entwicklung.

Senkung der Kundenakquisitionskosten

MobilCom konzentriert sich künftig ausschließlich auf den Ausbau profitabler Vertriebskanäle. Wachstum wird durch Qualität ersetzt. Maßnahme: Insgesamt 50 unrentable MobilCom-Shops werden umgehend geschlossen. Durch den Ausbau von qualitativ hochwertigen Kundenbindungsprogrammen sollen außerdem umsatzstarke Kunden stärker an das Unternehmen gebunden werden.

Beschaffungsoptimierung

Der Einkauf wird künftig durch die Einführung eines konzernweiten Ein-kaufscontrollings gesteuert und überwacht. Zusätzlich wird der Einkauf reorganisiert. Ergebnis: Einkaufsprozesse werden deutlich gestrafft und kosteneffizienter aufgestellt.

Umsatzsteigerungsprogramm

Zusätzlich zu den Restrukturierungsmaßnahmen hat MobilCom ein Pro-gramm zur Umsatzsteigerung entwickelt. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Akquisition umsatzstarken Kundengruppen sowie eine Vertiefung der Wertschöpfungskette im bestehenden Kundenbestand.
 

Quelle: Mobilcom

eingesandt von: Sylvia Truppner am 27.09.2002 19:02 Uhr

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