9.10.2002
Wegen der Krise des Unternehmens drängt das Verteidigungsministerium zum Handeln: " Wir warten, wie sich die Bietergruppe zum Problem Mobilcom stellt. Das Resultat werden wir im Hinblick auf den Auftrag überprüfen, " sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Damit gefährdet die unsichere Situation von Mobilcom den Erfolg der gesamten Bietergruppe. Im Juni hatte das Konsortium mit dem IT-Dienstleister CSC Ploenzke, Mobilcom und dem Rüstungskonzern EADS die Vorauswahl für das Outsourcing-Projekt gewonnen. Der Auftrag hat ein Volumen von 6,5 Mrd. Euro über eine Laufzeit von zehn Jahren. Mobilcom hat im September 50 Mio. Euro Staatshilfe erhalten, um die drohende Pleite zu verhindern. Weitere 350 Mio.Euro hat die Politik für das Unternehmen aus Büdelsdorf in Aussicht gestellt.
Konsortialführer CSC Ploenzke hat Mobilcom als Risiko erkannt und trotz der Staatshilfe Pläne für einen Ersatz ausgearbeitet. " Wir sind auf den Wegfall von Mobilcom vorbereitet ", sagte ein Sprecher. Im Notfall könne CSC die Aufgaben von Mobilcom selbst erfüllen. Der Sprecher wollte zudem weder dementieren noch bestätigen, dass derzeit mit anderen Telefonfirmen verhandelt wird, die den Part von Mobilcom ausfüllen könnten. Mobilcom ist bisher dafür vorgesehen, die Telekommunikation der Bundeswehr im Festnetz und über Mobilfunk zu übernehmen.
Mobilcom lässt sogar die in der Vorausscheidung unterlegene Bietergruppe weiter hoffen. Das abgelehnte Konsortium besteht aus IBM und Siemens sowie der Telekom-Tochter für IT-Dienstleistung T-Systems. Ein Sprecher von T-Systems sagte: " Es gibt bei uns noch ein Team, dass sich um das Projekt kümmert. " Schließlich sei der Auftrag noch nicht endgültig vergeben. Die Gruppe um CSC Ploenzke befinde sich erst in der Phase der genauen Prüfung aller Zahlen, der so genannten Due Dilligence. CSC Ploenzke hofft, dass der Vertrag im ersten Halbjahr 2003 endgültig unterschrieben wird.
eingesandt von: Sylvia Truppner am 09.10.2002 14:40 Uhr
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