Das Institut für Wirtschaftsinformatik an der TU Berlin hat in einer Forschungsstudie für das Bundesministerium des Innern herausgefunden, dass im Moment keine uneingeschränkt empfehlenswerte Gesamtlösung für den sicheren Einsatz mobiler Endgeräte in Unternehmen und Verwaltungen existiert. Die Studie, die von November 2002 bis Mai 2003 erstellt wurde, ist jetzt in einer Presseversion erstmals öffentlich zugänglich (http://ig.cs.tu-berlin.de/forschung/Mobile/).
Ziel der Studie war die Evaluation gängiger Produkte für die Anbindung mobiler Endgeräte an ein Corporate Intranet. Evaluiert wurden Möglichkeiten des Datenabgleichs wie z.B. E-Mail, Adressdaten und Kalender zwischen mobilen Geräten und der stationären IT-Infrastruktur unter Berücksichtigung von Sicherheit, Management, Bedienbarkeit und Kosten. Als Szenarien wurde die Direkteinwahl und die Anbindung über Mobilfunknetze getestet.
Die PocketPC-Plattform ist im Auslieferungszustand ohne zusätzliche Software aus Sicherheitsgründen nicht einsetzbar. Die momentan erhältliche und von der TU Berlin getestete Zusatzsoftware löst einige, aber keinesfalls alle Schwächen der PocketPC Plattform.
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Mobile Endgeräte müssen aus Sicherheitsgründen durch die IT-Abteilung zentral administriert werden. Es ist dafür aber keine Administrationskomponente verfügbar, die den notwendigen Leistungsumfang bietet und dabei keine neuen Sicherheitsprobleme schafft.
Die Integration verschiedener Sicherheitslösungen zu einem sicheren Gesamtsystem führt zu einem Flickenwerk unterschiedlichster Produkte. Die Bedienbarkeit überfordert einen durchschnittlichen Anwender und erzeugt hohen Aufwand für die Administratoren.
Projektleiter Raphael Leiteritz fasst die Ergebnisse so zusammen: "Grundsätzlich glauben wir, dass der Einsatz mobiler Endgeräte im professionellen Einsatz zukünftig eine grosse Rolle spielen wird. Sie haben das Potential, ein 'mobiles Büro' möglich zu machen." Er schränkt aber ein: "Bei genauerer Prüfung mussten wir allerdings feststellen, dass die Technologie immer noch in den Kinderschuhen steckt."
Bernd Lutterbeck, Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik, über die Bedeutung der Studie: "Die Studie ist, soweit uns bekannt, die umfassendste Arbeit über Chancen und Risiken des professionellen Einsatzes mobiler Endgeräte überhaupt. Wir würden uns freuen, wenn sie eine Grundlage für die weitere Forschung zu dem Thema darstellt und danken dem Bundesinnenministerium für die Möglichkeit, diese Studie zu publizieren."
Über "Informatik und Gesellschaft" am Institut für Wirtschaftsinformatik
Die Einheit Informatik und Gesellschaft ist eine selbständige Forschungseinheit am Institut für Wirtschaftsinformatik der TU Berlin. Sie beschäftigt sich schwerpunktmässig mit Open Source Software, Datenschutz, geistigem Eigentum und IT-Sicherheit.
Quelle: Technische Universität Berlin
eingesandt von: Silke Kreska am 07.08.2003 08:33 Uhr
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