Helsinki - Eine von Nokia in Auftrag gegebene globale Marktstudie zeigt, dass mobile Inhaltsangebote ein viel versprechendes Umsatzpotenzial bieten. Die in der Studie befragten Nutzer sind bereit, für solche Dienste bis zu 28 % mehr auszugeben als sie bisher für Dienste zahlen. Die vom international tätigen Marktforschungsinstitut NOP World in neun Ländern in Nordamerika, Europa und Asien durchgeführte Studie sollte ermitteln, welche Art von mobilen Inhalten Mobiltelefonnutzer bevorzugen, auf welche Weise sie diese erhalten möchten (Herunterladen, Streamen, Browsen) und wieviele sie dafür zu zahlen bereit wären. Die Basis der Studie bilden Interviews mit Handy-Besitzern, die Zugang zum Internet haben.
Als wichtigste Ergebnisse der Untersuchung zeigte sich, dass die Nutzer bevorzugt auf Unterhaltungsinhalte und -informationen zugreifen, die unterwegs als nützlich erachtet werden. Insgesamt scheint es ein großes Interesse für anspruchsvollere Inhaltedienste zu geben. Diese könnten den Anwender sogar dazu veranlassen, die Nutzung von Tageszeitungen, Fernsehen und Internet einzuschränken - vorausgesetzt, die Dienste stehen umfassend und zuverlässig zur Verfügung. Ebenso zeigt die Untersuchung: Während die Nutzer deutlich mehr Geld für neue mobile Inhaltedienste ausgeben würden, werden die Diensteanbieter die verfügbaren Optionen besser erklären und differenzierte Dienste anbieten müssen, die verschiedenen Altergruppen gerecht werden.
Besonders jüngere Nutzer sind bereit, monatlich 10 Euro zusätzlich auszugeben. Dieser Betrag reduziert sich beträchtlich mit dem Alter der Befragten. Im Gegensatz zum Alter spielte das Geschlecht der Befragten kaum eine Rolle. Männer und Frauen sind laut der Untersuchungen gleichermaßen bereit, mehr Geld für mobile Dienste auszugeben.
Ebenso spielte das Geschlecht kaum eine Rolle, wenn es um das Gesamtinteresse an mobilen Inhaltediensten geht. Die Studie zeigte, dass Männer und Frauen gleichermaßen an mobilen Inhalten interessiert sind, nennenswerte Unterschiede gab es allein im Bereich Sport, für den sich 52 % der Männer im Vergleich zu 29 % der befragten Frauen interessieren. Aber auch hier spielte der Alterunterschied wieder eine große Rolle. Die jüngeren Befragten waren deutlich interessierter als ältere Gruppen.
Die allgemein bevorzugte Methode, Inhalte abzurufen, war laut dieser Untersuchung das Surfen im Internet. Weniger häufig wurde das Herunterladen oder Streamen von Inhalten genannt, Unterschiede ergaben sich allein aus der Art der abgerufenen Inhalte. Während das Herunterladen in erster Linie für Spiele und Musik genutzt wird, eignen sich Streamen und Surfen nach Meinung der Befragten in erster Linie für Inhalte, die häufig aktualisiert werden. Beim Zugriff auf lokale aktuelle Nachrichten zeigt sich eine hohe Präferenz für das Streamen oder Herunterladen der Inhalte. Überraschenderweise schien sich jedoch die Art der Übermittlung der Informationen nicht auf die Höhe des Betrages auszuwirken, den die Nutzer bereit sind zu zahlen, sondern allein die Art der Inhalte an sich.
Derzeit werden bei der Nutzung mobiler Inhalte in erster Linie Klingeltöne heruntergeladen (von ca. 40 % der Befragten), gefolgt vom Herunterladen von Grafiken oder Bildschirmschonern (22 %). Die angebotenen mobilen Inhaltedienste werden jedoch generell als zu teuer empfunden. So antworteten 48 % der Befragten, die noch nie Inhaltedienste genutzt haben, dass sie vor allem durch preiswerte Dienste veranlasst werden, dieselben zu nutzen.
Die Untersuchung zeigt aber auch, dass mangelndes technisches Wissen und die generelle Einstellung des Nutzers verhindern, dass Inhaltedienste genutzt werden, sofern diese nicht durch ein verbessertes Design des Dienstes, gutes Marketing und optimierten Kunden-Support aufgewogen wird. Die Antworten in diesem Bereich variierten stark nach Alter der Befragten. Ältere Nutzer benötigten z. B. mehr Anleitung und Unterstützung, während jüngere Nutzer dank ihrer Erfahrung mit dem Internet andere Erwartungen an die Bedienerfreundlichkeit haben.
"Dies ist eine der umfassendsten Untersuchungen zu der Frage, was Mobiltelefonnutzer von mobilen Inhaltsangeboten erwarten", so Janne Laiho, Head of End User Research, Nokia. "Dass das Alter ein bestimmender Faktor für die Akzeptanz eines neuen Diensts ist, ist nicht überraschend. Allerdings zeigte diese Untersuchung einen unerwartet ausgeprägten Unterschied zwischen jüngeren und nicht ganz so jungen Nutzern. Dies könnte für Netzbetreiber in den entwickelten Märkten zu einer Herausforderung werden, in denen die Bevölkerung überproportional schnell altert und ältere Nutzer daher den größeren Anteil ausmachen als jüngere. Ganz besonders deutlich hat unsere Studie außerdem gezeigt, dass schon recht einfache Änderungen aktuelle Barrieren abbauen können und dass mobile Inhalte für ältere Nutzergruppen durchaus für andere Medien eine echte Herausforderung darstellen können."
Anmerkungen:
Die von NOP World durchgeführte Untersuchung sollte in erster Linie die Präferenzen für mobile Inhaltstypen und die bevorzugte Übermittlungsart für die jeweiligen Inhalte ermitteln sowie welchen Betrag der Verbraucher bereit ist, für moderne mobile Inhaltedienste auszugeben. Dabei wurde ein umfassendes Angebot an mobilen Inhaltediensten untersucht, darunter Kinoinformationen (Informationen, Film-Clips und Besprechungen), Musik (Charts, Konzertführer, Musik hören und Musik-Clips betrachten), aktuelle Nachrichten und Wetterberichte, Sportnachrichten (Ergebnisse, Clips, Live-Übertragungen), Spiele sowie Unterhaltung (Restaurant-Tipps, Reisezeiten, TV-Tipps, Prominenten-Klatsch, Fernsehprogramme betrachten). Bei der qualitativen Umfrage wurden in acht Ländern (USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Estland, Südkorea, Griechenland) Menschen befragt, die mobile Inhalte und das Internet nutzen. Die quantitative Umfrage, bei der Mobiltelefonbesitzer befragt wurden, die das Internet nutzen, wurde in einigen der genannten Ländern sowie zusätzlich auf den Philippinen durchgeführt.
eingesandt von: Terhi Varkila am 06.05.2004 12:43 Uhr
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