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Mobiles Telefonieren wird um bis zu 20 Prozent billiger

Das sagt eine Studie der Firma Putz und Partner aus.

7.Oktober 2002

Ab 1. November können Mobilfunkkunden beim Wechsel des Netzanbieters ihre gesamte Rufnummer mitnehmen. Dies wird den Wettbewerb innerhalb der Mobilfunkindustrie wesentlich verstärken. Nach Branchen-Untersuchungen der PUTZ & PARTNER Unternehmens-beratung AG sind in den ersten beiden Jahren Preisnachlässe von bis zu 20 Prozent zu erwarten. Voraussichtlich 15-20 Prozent werden zu einem anderen Anbieter wechseln. Durch die Rufnummernmitnahme wird es erstmals auch im  margenträchtigen Geschäftskundensegment zu mehr Konkurrenz kommen. Gleichzeitig entstehen den Netz- und Diensteanbietern 3-5 Mio. EUR für die technische Realisierung der Nummernportabilität. “Von der neuen Regelung profitiert eindeutig der Verbraucher, nicht die Industrie”, so Michael Borck, Vorstandsmitglied bei PUTZ & PARTNER. Dieser neue Wettbewerbsschub könne letztendlich nur über den Preis ausgetragen werden, da eine Differenzierung über das Produkt kaum möglich sei. Die Hamburger Managementberatung wurde von den fünf Netzbetreibern (T-Mobile, Vodafone, Eplus, O2 und MobilCom) mit der Gesamtprojektleitung für die sogenannte „Mobile Number Portability“ (MNP) beauftragt. 
 
Technische Realisierung erfolgt über Datenbank

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Was im Festnetz im Ortsbereich schon lange möglich ist, gilt ab November auch für den Mobilfunk. Jeder Kunde kann unter Beibehaltung seiner kompletten Rufnummer zu einem anderen Netzbetreiber oder Diensteanbieter wechseln. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate zum Vertragsende. Technisch wurde dies durch den Aufbau einer Datenbank möglich, in der die Handynummern aller gewechselten Mobilfunkkunden gespeichert sind. Auf diese Weise können alle Anrufe „direkt“ in das neue Netz, für das sich der Kunde entschieden hat, geleitet werden. Eigentümer dieser Datenbank sind die Mobilfunkunternehmen, die für die Realisierung etwa drei bis fünf Mio. EUR ausgegeben haben. Kosten, die sie laut Gesetz aber nicht auf die Verbraucher umlegen dürfen.

Höhe der Portierungsgebühren noch unklar

Die Netzbetreiber werden versuchen, den Wechsel zu einem anderen Anbieter mittels Portierungsgebühren unattraktiver zu machen. Demnach sollen Kunden die durch ihr Ausscheiden entstehenden Verwaltungskosten selbst bezahlen. O2 will nach eigenen Aussagen für den Wechsel zwischen 5 und 10 Euro verlangen, Vodafone sogar 30 Euro. Branchenführer Telekom und E-Plus haben bisher noch keine Angaben gemacht. In welcher Höhe Portierungsgebühren zulässig sind, wird sich noch herausstellen. Wahrscheinlich wird hier auch die Regulierungsbehörde einschreiten  müssen. Im Festnetz liegt der Betrag bei etwas über fünf EUR. Laut Gesetz muss der Kunde nur für einmal entstehende Kosten bezahlen. 
Zielnetz nicht mehr an der Vorwahl erkennbar

Durch die „Mobile Number Portability“ muss sich der Kunde darauf einstellen, das Zielnetz nicht mehr an der Vorwahl erkennen zu können. Hinter einer 0172-Nummer kann sich ab November beispielsweise auch ein E-Plus-Teilnehmer verbergen. Da Telefonate in ein fremdes Netz teurer sind, geht  ein Stück Preistransparenz verloren. Putz und Partner geht aber von einer Vereinfachung des bisherigen Tarifdschungels aus. “Durch die neue Wahlfreiheit des Kunden werden weder die im europäischen Vergleich relativ hohen Gebühren in Deutschland, noch die komplizierte Preisstruktur überleben”, erklärt Jörg Gruber, Berater bei Putz und Partner in Hamburg und Leiter  des  MNP-Projekts.                                                                                      

eingesandt von: Sylvia Truppner am 07.10.2002 22:22 Uhr

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