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Mobilfunk­Erfolgsrezepte: Bandbreite allein genügt nicht


Panel 12.3: Länder­Special Japan: All business is mobile
Was unsere UMTS­Betreiber aus der Erfolgsgeschichte von i­Mode lernen können

19. Oktober 2001 - Entscheidend für den Erfolg von UMTS (Universal Mobile Telephone System) in Deutschland werden nicht die technischen Optionen, sondern allein die inhaltlichen Angebote und Geschäftsmodelle sein. Zu dieser gemeinsamen Einschätzung kamen die Teilnehmer des Panels 12.3 bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN. Am Beispiel des schmalbandigen japanischen Angebots i­Mode erörterten Branchenvertreter Faktoren für erfolgreiche Mobilfunkdienste.

i­Mode ist ein Angebot des japanischen Mobilfunkmarktführers NTT DoCoMo, das im Februar 1999 als paketorientierter Datendienst der zweiten Mobilfunkgeneration (vergleichbar mit GSM/GPRS) an den Start ging. Das im Unterschied zum eher erfolglosen WAP (Wireless Application Protocoll) auf HTML basierende System bietet ein Mobilfunkportal mit Dienstleistungen von mehr als 50.000 Content­Providern. Dr. Kohel Satoh, Präsident des DoCoMo Euro­Labs, nannte als Grund für den großen Erfolg von i­Mode - täglich kommen 50.000 Nutzer hinzu - die einfache Bedienbarkeit und den kostengünstigen Mehrwert für die Verbraucher. Die Inhalte reichten von Fahrplänen über Kulturtipps bis hin zu Wett­- und Glücksspielen.

Als Vorbild für deutsche GPRS­ oder UMTS ­Geschäftsmodelle tauge der i­Mode­Erfolg allerdings nur teilweise. Friederike Dreier vom Siemens Business Service wies darauf hin, japanische Kunden hätten eine größere Technikaffinität und angesichts langer Berufsanfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch mehr Zeit und ein größeres Bedürfnis nach Nutzung mobiler Datendienste. Dr. Joachim Grollmann, Leiter für UMTS­Endgeräte bei der GAP AG, ergänzte, in Japan sei das Mobilfunkverbraucherklima ohnehin freundlicher, da zum Beispiel Endgeräte in zahlreichen Variationen auch als Prestigeobjekt dienen würden.

Bei i­Mode handelt es sich um einen paketorientierten Dienst, dessen Gebühren allein nach der Menge der übermittelten Daten erhoben werden ("allways on"). Diese Möglichkeit eröffnen in Deutschland auch die neuen Mobilfunkgenerationen GPRS (General Package Radio Service) und UMTS. Mit dem Start von UMTS, das indoor eine Bandbreite von bis zu zwei Mbit/s bietet, wird nach Schätzungen der Betreiber in Deutschland für 2003 gerechnet. Diese dritte Mobilfunkgeneration erlaubte auch die Übertragung von Musik und Videos, dürfte aber für die Verbraucher, so das einhellige Urteil der Panel­Teilnehmer, sehr teuer werden. So berichtete GAP­Experte Grollmann, die deutschen UMTS­Lizenzinhaber gingen davon aus, dass pro Person und Jahr etwa 150 Mark umgesetzt werden müssten, damit sich die hohen Investitionen lohnten. mediaphil­Geschäftsführer Samios sagte, mit der Überspielung von Videos könne ohnehin erst ab 2008 gerechnet werden. Beim Siemens Business Service wird zurzeit davon ausgegangen, dass UMTS aufgrund der hohen Gebühren zunächst vor allem für Geschäftsanwendungen attraktiv sei. Friederike Dreier verriet außerdem, ihr Unternehmen suche darüber hinaus in den Bereichen Chatting, Video­Streaming und Gaming nach neuen Mobilfunkapplikationen.

Während Siemens für die UMTS­Zukunft vor allem auf die Förderung und die Ideen junger Start­ups setzt, hat NTT DoCoMo im April in München ein eigenes Forschungslabor eröffnet, um bereits neue Netzwerkstrukturen für die vierte Mobilfunkgeneration zu testen. Mit ihr, so führte Forschungschef Dr. Satoh aus, sollen in etwa zehn Jahren Bandbreiten zwischen 50 und 100 Mbit/s möglich sein.

MediaWorld, der Kongress der MEDIENTAGE MÜNCHEN, wird von der DVB Multimedia Bayern GmbH und gotoBavaria, der Agentur des Freistaates Bayern für Medien, Informations­ und Kommunikationstechnik, veranstaltet. Aktuelle Informationen rund um die MEDIENTAGE erhalten Sie unter:

www.medientage-muenchen.de
www.pressrelations.de .

eingesandt von: Fenna Harms am 22.10.2001 18:09 Uhr

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