Mobilfunk: Datenturbo GPRS besser als sein Ruf
Stuttgart - Großer "connect"-Test: VIAG Interkom am schnellsten - D2 Vodafone mangelt es an Erreichbarkeit und Stabilität
Die neue High-Speed-Daten-Übertragung GPRS ist besser als ihr Ruf. Wer angesichts der kurzen Erprobungsphase und des schnellen Starts größere Probleme erwartet hat, wird angenehm überrascht.
Die meisten Netzbetreiber haben ihre Hausaufgaben gemacht, urteilt das Telekommunikationsmagazin "connect" nach dem bislang größten Performance-Test der vier deutschen GPRS-Netzbetreiber (Ausgabe 23/2001). 2 500 Kilometer quer durch Deutschland legte das Test-Team von
"connect" zurück, um dabei permanent Daten via GPRS über das Internet zu übertragen. Testsieger VIAG Interkom besticht nach dem Testurteil mit sehr guter Qualität: Das Netz des Anbieters war am schnellsten, gut erreichbar, stabil und schwang sich mit Datenraten von durchschnittlich 27 und maximal 32 Kilobit pro Sekunde zu Topwerten auf.
Mit der Testnote "gut" schnitten E Plus und T-D1 ab. E-Plus ist laut "connect" gut gerüstet für künftige Dienste wie i-Mode und UMTS. Der GPRS-Anbieter erlaubt sich weder in den Testrubriken "Erreichbarkeit" und "Stabilität", noch bei der "Übertragung" größere Ausreißer, setzt
aber auch nirgendwo Maßstäbe, kritisiert die Zeitschrift. Auch das T-D1-Netz war im Test sehr stabil und fast überall verfügbar, nach den
Messungen der Tester allerdings zu langsam. Probleme beim Datenturbo GPRS zeigte der zweitgrößte deutsche Netzbetreiber D2 Vodafone: Sowohl die Stabilität als auch die Erreichbarkeit ließen im Test zu wünschen übrig, was nur zur Gesamtnote "befriedigend" reichte. "connect" rät dem Anbieter zu einer zügigen Optimierung seines Netzes, um besser gerüstet zu sein, wenn viele seiner 22 Millionen Handy-Kunden GPRS nutzen wollen.
Seit Anfang dieses Jahres soll GPRS mehr Komfort und Geschwindigkeit in die mobile Datenübertragung bringen. Doch erst seit wenigen Monaten sind entsprechend ausgestattete Handys in ausreichender Stückzahl verfügbar. Die Datenübertragung über GPRS ist nach wie vor sehr teuer. An der Zukunft von GPRS zweifelt trotzdem niemand: Zumindest in ihrer Anfangsphase wird die dritte, für Mitte bis Ende 2002 angekündigte Mobilfunk-Generation auf GPRS angewiesen sein, denn die nochmals wesentlich schnellere Übertragungstechnik UMTS soll zunächst nur in Ballungsräumen verfügbar sein. Wie lange die
Anfangsphase dauern wird, ist noch unklar. Experten gehen davon aus, dass die High-Speed-Datenversorgung in ländlichen Gebieten mindestens bis zum Jahre 2010 noch auf GPRS-Basis läuft.
eingesandt von: Fenna Harms am 02.11.2001 16:28 Uhr
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