München - Nach Ansicht des renommierten Mobilfunk-Experten Mathias Plica wird der Breitband-Standard UMTS die deutsche Telefonlandschaft verändern - und den Anbietern auf Jahre hinaus Zuwachsraten bescheren. Mit höheren Preisen für die neuen Dienste und Handys müssen die Kunden aber nicht rechnen, wie Plica in einem Branchen-Report für das Computermagazin CHIP schreibt: "UMTS führt zu einem vermehrten Datentransfer via Handy. Nicht über den Preis, sondern über die intensivere Nutzung werden die Anbieter ihr Geld verdienen."
Seit Anfang der 90er Jahre beleuchtet Plicas jährlicher "Mobilfunk-Report" die Trends und Entwicklungen der Branche. Der Geschäftsführer von xonio.com, dem führenden Branchen-Portal im Internet, sieht die vier Netzbetreiber in Deutschland auf einem guten Weg: "T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O² verdienen nicht schlecht. 2001 blieben von jedem eingenommenen Euro 33 Cent Gewinn übrig. Kaum eine andere Branche kann solche Margen vorweisen." Auch auf dem Geräte-Markt könne von einer Krise keine Rede sein. Plica: "Spätestens nach zwei Jahren läuft in der Regel der Handy-Vertrag aus, und der Kunde will ein neueres, schöneres, besseres Gerät. Weit über 20 Millionen Handys gehen so pro Jahr über die deutschen Ladentische - alles andere als ein Grund zum Jammern."
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Selbst dem "Universal Mobile Telecommunications System" prophezeit Plica eine rosige Zukunft. Dabei symbolisierten die vier Buchstaben UMTS bislang geradezu den Irrsinn, der die IT-Branche um die Jahrtausendwende befallen hatte: Für die aberwitzige Summe von fast 100 Milliarden Mark hatte Finanzminister Hans Eichel im Jahr 2000 die Lizenzen für die schöne neue Handy-Welt versteigert. Dass für UMTS noch keine "Killer-Applikation" gefunden ist, bereitet Plica keine Sorge: "Ein Blick in die kurze Geschichte des Mobilfunks zeigt, dass ohnehin kaum ein Dienst richtig in seiner Entwicklung vorhergesehen wurde. So floppte das stark beworbene WAP gnadenlos. Umgekehrt wusste niemand, dass die SMS zum Goldesel wird und dass man sogar Klingeltöne verkaufen kann."
Plica prognostiziert in CHIP, dass die Mobilfunk-Anbieter verschiedene Anwendungen im Breitband-Netz testen werden, um zu sehen, was die Kunden wollen. Die Preise für die neuen Geräte und Dienste dürften nach seiner Einschätzung "kaum höher sein als für heutige High-End-Handys und Professional-Angebote der Provider."
eingesandt von: Terhi Varkila am 30.01.2003 07:17 Uhr
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