Stuttgart - Multimedia Messaging Services (MMS) funktionieren noch nicht reibungslos, berichtet das Telekommunikationsmagazin "connect" in seiner aktuellen Ausgabe (Ausgabe 2/2003, EVT 16. Januar 2003). In der Startphase von MMS kann weder von stabiler Performance noch von einem guten Preis-, Leistungsverhältnis die Rede sein, so "connect". Vor allem bei MMS aus unterschiedlichen Medientypen mit Sound-, Text- und Bild-Informationen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie nicht korrekt ankommen.
Nokia-Handys wie das 6610 erlauben das multimediale Mixen erst gar nicht. Auch bei der Übertragung von Sound-Dateien erwartet den Empfänger häufig nur Stille: Manche Nokia-Handys geben Sound-Dateien gar nicht wieder, andere Handys verwenden nicht zueinander kompatible Sound-Dateien. Fotos kommen dagegen meist korrekt beim Empfänger an. Um die Folgen der noch unzureichenden Standardisierung bei MMS abzumildern, bauen viele Netzbetreiber so genannte "content adaptation"-Programme ein. Damit werden versandte Bilder bei Bedarf an das Format des Empfangshandys angepasst.
Wie "connect" weiter berichtet, ist die Kommunikation per MMS derzeit noch nicht zuverlässig: Antwortet ein E-Mail-Empfänger per E-Mail auf eine MMS, so wird seine Nachricht niemals beim MMS-Teilnehmer ankommen - schlimmer noch: Über diesen Umstand wird der E-Mail-User derzeit nicht von T-Mobile und Vodafone informiert.
Weiterer Kritikpunkt am neuen mobilen Service: Kunden ohne MMS-Handy müssen ihre Nachrichten mühsam via Internet abrufen. Dazu muss eine mehr als 50 Zeichen lange Web-Adresse sowie die eigene Handy-Nummer im internationalen Format eingegeben werden. Zudem unterschlagen die MMS-Gateways der Netzbetreiber Sound-Dateien, wie der Praxistest von "connect" zeigt.
Im Ausland wird MMS teuer - und zwar besonders für den Empfänger: Die Netzbetreiber verlangen vom Empfänger den GPRS-Volumentarif des ausländischen Netzbetreibers für die Übertragung der MMS plus 25 Prozent Aufschlag. Außerdem funktioniert MMS im Ausland meist nicht, da die deutschen Netzbetreiber nur mit einem Bruchteil ihrer Roaming-Partner GPRS-Roaming-Abkommen geschlossen haben - GPRS ist aber Voraussetzung für MMS.
Das hohe Preisniveau für MMS von derzeit bis zu 1,29 Euro wird nach Informationen von "connect" unverändert bleiben. Allerdings erwarten die Experten einen Preisverfall bei MMS-Infodiensten wie etwa Wettervorhersagen mit Satellitenbild.
Quelle: connect
Foto: Vodafone
eingesandt von: Terhi Varkila am 15.01.2003 08:59 Uhr
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