München (hg) – Wer derzeit ein Handy bei Mobilfunkbetreiber T-Mobile kauft, hat beste Chancen, ein Gerät mit Netlock zu bekommen. Das heißt, dieses Handy funktioniert nur im Netz von T-Mobile und nicht etwa mit der Karte eines Billig-Anbieters. Geld sparen durch subventioniertes Handy plus Billig-Karte ist also nicht mehr drin.
38 seiner Modelle verkauft T-Mobile zur Zeit nur mit Netlock. Welche, das zeigt die von der Xonio-Redaktion zusammengestellte Übersicht unter www.xonio.com. Wettbewerber Vodafone hat aktuell lediglich ein Modell ans Netz gefesselt: den hochpreisigen VPA IV. Das Blockieren weiterer Geräte sei derzeit nicht geplant, heißt es in Düsseldorf. Ähnlich äußerten sich auch E-Plus und O2, die beide bislang Netlock nicht einsetzen. Allerdings könnte Netlock ein Thema werden, so eine Unternehmenssprecherin, wenn O2-Kunden massiv subventionierte Handys mit SIM-Karten von Billiganbietern nutzen würden.
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Weshalb ein Netzbetreiber überhaupt auf die Idee kommt, seine Handys an sein Netz zu binden, liegt auf der Hand, so Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner: "Die dreistelligen Subventionen, mit denen die Anbieter hochwertige Geräte auf niedrige Verkaufspreise drücken, müssen wieder eingespielt werden. Wenn nun viele Kunden zwar die Subvention mitnehmen, sich aber dem Telefonieren im entsprechenden Netz verweigern, geht die Rechnung nicht mehr auf."
Nachteil für den Kunden: Die Flexibilität im Umgang mit seinem Handy ist deutlich eingeschränkt. So lässt sich ein Gerät mit Netlock weder mit einer Karte aus einem anderen, günstigeren Netz betreiben noch ohne Weiteres – zu Testzwecken unter Freunden – für ein paar Tage tauschen. Es sei denn, der Tauschpartner telefoniert auch bei T-Mobile. Auch der Gewinn bringende Verkauf etwa über eBay wird schwierig, da ein netzgebundenes Gerät weniger wert ist als ein uneingeschränkt nutzbares.
Freiheit kostet: Geduld oder Geld
Natürlich lässt sich das Handy auch von der Netlock-Fessel befreien. Allerdings gibt es dafür nur einen legalen Weg: den Anruf beim Netzbetreiber. Nach Ablauf der 24-monatigen Vertragsdauer entsperrt er das Gerät kostenlos, vorher stellt er 100 Euro in Rechnung. Andere Methoden wie etwa das Aufspielen neuer Firmware funktionieren zwar, sind aber illegal und führen zum Verlust der Garantie- und Support-Ansprüche.
Uwe Baltner: "Noch hat der Handy-Kunde in Sachen Netlock die Wahl. Denn bei den drei anderen deutschen Netzbetreibern gibt es – mit Ausnahme des genannten Vodafone-Modells – zumindest derzeit keine Netzzwinge."
Mehr Details zum Netlock finden sich unter www.xonio.com.
Quelle: Xonio
Foto: Siemens, Sagem
Über Xonio:
Xonio ist kompetente Instanz in Sachen mobiler Kommunikation und mobile Computing im deutschsprachigen Internet. Xonio testet und bewertet die Produkte und Möglichkeiten der mobilen Welt und spürt kritisch die Trends auf, die sich heute abzeichnen und morgen am Markt durchsetzen werden. Damit steht der Mobilfunk-Verbraucherberater im Zentrum der Verschmelzung des Computer-/IT-Marktes mit dem Mobilfunkmarkt.
eingesandt von: Terhi Varkila am 23.10.2006 15:16 Uhr
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