Bei den speziellen Jugend-Tarifen der Mobilfunkbetreiber ('Teencards') müssen teure Dienste wie Premium-SMS, Chats oder Auslandsgespräche gesondert gesperrt werden. Darauf hat Verbraucherschutz-Staatssekretärin Emilia Müller in München hingewiesen. "Das Angebot spezieller Jugendtarife ist durchaus zu begrüßen. Teure Kurzwahldienste werden allerdings nicht automatisch, sondern nur auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern gesperrt. Wer dies vergisst, kann schnell eine Überraschung bei der Handy-Rechnung seiner Kinder erleben oder muss sich über einen ungewollt abgeschlossenen Abo-Vertrag ärgern."
Die Staatssekretärin empfahl deshalb Eltern, deren Kinder mit einer 'Teencard' telefonieren, gezielt auf die Aktivierung der Sperre zu achten. Generell sind bei den Jugend-Tarifen aber bereits eine Reihe finanzieller Stolpersteine aus dem Weg geräumt. Neben günstigen Gebühren sind 0190er-Nummern von vorneherein gesperrt und die Eltern können schon beim Kauf festlegen, mit welchem Betrag die Karte ihrer Kinder höchstens aufgeladen wird. "Ein wirksamer Schutz von Kindern vor der Schuldenfalle ist auch dringend notwendig, denn schon 50 Prozent der 11- und 12-Jährigen telefonieren nach Schätzungen mit dem eigenen Handy, und das ohne die Kosten ausreichend beurteilen zu können", erklärte die Staatssekretärin.
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Trotz des Abschlusses eines Jugendtarifs können hohe Kosten beispielsweise durch den Download von Logos und Klingeltönen über sog. Premium-SMS entstehen. Denn diese sind oftmals auch mit dem Abschluss von Abo-Verträgen verbunden. Außerdem können die Teilnahme an Flirt-Chats, MMS-Dienste (Versand von Fotos oder kleinen Videosequenzen), die Einwahl ins mobile Internet oder Auslandsgespräche teuer werden.
Experten zufolge hat bereits jeder zweite Jugendliche Schulden. Neben überzogenen Ausgaben für Kleidung und Freizeit sei Grund dafür auch der sorglose Umgang mit dem Handy, so die Staatssekretärin weiter. Müller: "Jugendliche Viel-Telefonierer werden schneller als gedacht zu jugendlichen Dauerverschuldeten. Die Handy-Schulden können sich leicht auf mehrere hundert Euro im Monat summieren." Mit massiven Werbekampagnen in Fernsehen, Internet und Printmedien werden Jugendliche verleitet, sich gegen teure Gebühren beispielsweise Logos, Klingeltöne, Spiele und Sportergebnisse auf ihr Handy zu laden. Insgesamt belaufen sich deutschlandweit die Ausgaben der Jugendlichen für die Handy-Nutzung auf rund 860 Millionen Euro jährlich.
Quelle: Bayrisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Weitere Informationen: http://www.verbraucherschutz.bayern.de
eingesandt von: Terhi Varkila am 28.09.2005 14:31 Uhr
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