eine Seite zurück diese Seite zu den Favoriten hinzufügen diese Seite per E-Mail weiterempfehlen Volltext-Suche diese Seite ausdrucken zurück zur Startseite

Passwort-Software von Sony-Ericsson-Handys unsicher

Fraunhofer-Institut SIT findet Sicherheitslücke im Passwort-Verwaltungsprogramm von Mobiltelefonen

Handy-Screenshot mit falschem SonderzeichenDarmstadt - Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt haben eine Sicherheitslücke in der Passwort-Software Code-Memo gefunden. Die Software ist standardmäßig auf den meisten Sony-Ericsson-Handys installiert und ermöglicht es dem Nutzer, persönliche Geheimnisse wie Passwörter oder PINs verschlüsselt auf dem Mobiltelefon zu speichern. Die Wissenschaftler haben im Rahmen einer BlackBox-Analyse eine Schwachstelle gefunden, durch die Angreifer trotz Verschlüsselung mit einfachen Mitteln an alle mit Code-Memo gespeicherten Geheimnisse gelangen können.

"Dazu sind keine speziellen Hackertools nötig, wir haben den Angriff mit einer handelsüblichen Webcam und kostenloser Standardsoftware durchgeführt", sagt Fraunhofer-Mitarbeiter Ruben Wolf, der die Sicherheitslücke Mitte September auf der Expertenkonferenz Mobility in Singapur vorstellte. Vorher hatte das Fraunhofer-Institut den Hersteller bereits über die Schwachstelle informiert.

Anzeige

iPhone

Passwörter und PINs sind nach wie vor das am weitesten verbreitete Mittel, um den Zugang zu Internetdiensten, Unternehmensanwendungen und Bankkonten zu schützen. Viele Menschen haben jedoch zu viele dieser Geheimnisse, um sie sich zu merken, und nutzen deshalb spezielle Passwortprogramme wie Code-Memo. "Wie wir im Rahmen unserer Tests aber immer wieder feststellen, schützt Code-Memo die Nutzergeheimnisse deutlich cleverer als manch anderes Programm", sagt Wolf.

Code-Memo zählt zu den Programmen, die versuchen, es Angreifern schwer zu machen, indem sie auch bei Eingabe eines falschen Masterpassworts keine Fehlermeldung zeigen, sondern mit Hilfe des falschen Masterpassworts falsche Geheimnisse generieren. "Bei dieser eigentlich sinnvollen Irreführung macht das Programm allerdings einen schweren Fehler", sagt Wolf, "denn es verwendet bei der vermeintlich irreführenden Entschlüsselung Sonderzeichen, die sich per Mobiltelefon gar nicht eingeben lassen – etwa das Paragraphen- oder das Prozentzeichen."

VersuchsaufbauSobald das durch einen Entschlüsselungsversuch erhaltene Passwort ein Sonderzeichen aufweist, das der Nutzer gar nicht eingegeben haben kann, weiß der Angreifer deshalb sofort, dass das eingegebene Masterpasswort falsch sein muss. Um an die Geheimnisse zu gelangen, muss er also nur alle möglichen Masterpassworte eingeben und kontrollieren, ob verbotene Sonderzeichen in den Passwörtern erscheinen – dank Computer lässt sich dieser Prozess jedoch automatisieren und das richtige Masterpasswort dank der sehr überschaubaren Masterpasswortmenge von 10 000 verschiedenen Masterpasswortkombinationen in kurzer Zeit herausfinden.

Genauere Informationen zur Sicherheitslücke finden sich im Internet unter http://141.12.72.35/~rwolf/publications/security-codememo.pdf

Quelle: Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT    

Über Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT:
Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT in Darmstadt gehört zu den Pionieren von rechnergestützter Zusammenarbeit und von IT-Sicherheit in Europa. Es forscht und entwickelt zusammen mit Partnern aus der Wissenschaft, der Industrie und der Anwenderschaft im Vorfeld industriellen Wettbewerbs, um die Vertrauenswürdigkeit von Information und die Verlässlichkeit von IT-Infrastrukturen sicher zu stellen. Denn nur dann können sich die Kommunikation über das Internet, der elektronische Geschäftsverkehr und die globale Zusammenarbeit erfolgreich ausbreiten. Das Institut SIT ist Mitglied der Fraunhofer-Gruppe Informations- und Kommunikationstechnik IuK. Es bietet ein umfassendes Programm von Konferenzen, Seminaren und Fachvorträgen, um seine Forschungs- und Entwicklungsergebnisse an Experten und Anwender weiter zu vermitteln.

eingesandt von: Terhi Varkila am 01.10.2007 14:54 Uhr

Weitere Meldungen zum Thema Tipps

08.05.2008 Handy-Gespräche nur im EU-Ausland günstiger
06.05.2008 Sonne, Wasser, Sand: Das Handy lebt gefährlich
29.04.2008 Call by Call: Wenn die Stadt das Zehnfache des Landes kostet
18.04.2008 Härtere Strafen für Telefonieren am Steuer
16.04.2008 Kündigung der Flatrate nicht einfach hinnehmen
Alle Meldungen zum Thema Tipps

Weitere Meldungen zum Unternehmen

14.04.2008 Mehr Sicherheit bei Handy-Akkus
09.01.2008 Mobiles Lernen
12.12.2007 MobileSitter
08.05.2007 Mobota
27.04.2007 Fahrscheinkauf per Handy
Alle Meldungen zu Fraunhofer-Institut

« vorherige |  News-Startseite |  aktuelle Nachrichtennächste »  ]