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Premiere für städtische Vernetzung über Bluetooth, WLAN und GPRS

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt zeigt in Landsberg weltweit erstes Test-Netz für 'mobiles Sightseeing' unter Zusammenschaltung aller verfügbaren Standards

Oberpfaffenhofen - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat ab 23. Juli 2003 in Sachen mobiles Informationsmanagement in die Zukunft gestartet. Mit dem Projekt 'Heywow' wird in der Altstadt von Landsberg am Lech das erste Test-Netz seiner Art im Demo-Betrieb präsentiert. Unter Einsatz der im Moment modernsten Übertragungsstandards Bluetooth, GPRS (General Packet Radio Service) und WLAN (Wireless Local Area Network) werden an verschiedenen Stellen der Innenstadt mittels so genannter LSPs (Local Service Point) wichtige Informationen für Besucher in multimedialer Form auf Java-fähigen Handies bereitgestellt.

Landsberger RathausDiese technologisch neu entwickelte Gesamtlösung basiert auf drei Säulen. Als Basis-Information kann ein elektronischer Stadtführer, genannt 'City Walk', herunter geladen werden. Dafür ist lediglich ein Java-fähiges Handy mit ausreichendem Speicher nötig. Zusätzlich werden lokale Informationen, zum Beispiel über historische Gebäude, über lokal aufgestellte Bluetooth-Sender (Local Service Points - LSPs) zur Übertragung in das Endgerät angeboten. Dies können auch Audio oder Video-Dateien sein. Während der Projektphase sind 11 Stationen mit insgesamt 15 bis 20 LSPs ausgestattet. Zuletzt kann der mobile Besucher auch auf das globale Internet zugreifen, um beispielsweise kommerzielle Angebote zu nutzen. Die Verbindung wird entweder über die an das Internet angebundenen LSPs (über Bluetooth) oder GPRS ermöglicht. Die Auswahl zwischen Bluetooth und GPRS erfolgt je nach Verfügbarkeit der Netze automatisch.

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City-Infos im XML-Format an Stationen abrufbar
Für den Anwender ist also durch dieses Prinzip an jeder Stelle des Stadtrundgangs die entsprechende multimediale Information mit einem einzigen Endgerät und optimaler Geschwindigkeit abrufbar. In der Testphase hat das DLR sich auf das P800 von einem der Projektpartner SonyEricsson, festgelegt, da dieses Gerät sämtliche Spezifikationen des Tests abdecken kann. Die Inhalte an den Stationen werden im Heywow-Redaktionssystem aufbereitet und mittels Extensible Markup Language (XML) zur Verfügung gestellt.

Local Service Points ohne Mobilfunk
Neben den Informationen zum Stadtrundgang sind auch die über Bluetooth verfügbaren Daten beispielsweise zum Rathaus oder den Biergärten in der Stadt an den LSPs ohne Mobilfunk übertragbar. Genau diese Unabhängigkeit ist der Vorteil der Test-Installation und macht die langfristige Perspektive für die Bereitstellung eines solchen Netzes durch lokale Partner wie den Einzelhandel oder die Stadtverwaltung interessant. Die Bluetooth Access Points sind in der Vielzahl ihrer Features – WLAN/Bluetooth, Netzwerk- u. serielle Anschlüsse, Bootfähigkeit von CF-Cards, 512 MB RAM für Java-Anwendungen, C++ u. Java-Entwicklungsumgebung – im Moment nur über das DLR verfügbar.

Internet-Proxy-Software vom DLR
Für den Zugang in das globale Internet hat das DLR eine besondere Lösung entwickelt. Mittels einer eigens programmierten Proxy-Software wird immer die günstigste und schnellste Verbindung gesucht. Durch die Dreiteilung der Proxy-Lösung für Server, LSP und Endgerät konnte eine optimale Performance erzielt werden. Alle drei Säulen haben Schnittstellen, so dass jederzeit parallel auf Stadtrundgang, lokale Infos oder das World Wide Web zugegriffen werden kann.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahr
Foto: Heywow

Über Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: 

Das Deutsche  Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt und die Raumfahrtagentur Deutschlands. Luft- und Raumfahrt tragen maßgeblich zur Gestaltung unserer Lebensbedingungen bei. Der Luftverkehr sichert unsere globale Mobilität, Satelliten ermöglichen eine weltweite Kommunikation. Die Fernerkundung liefert wichtige Daten über unsere Umwelt, und die Erforschung des Weltraums bringt neue Erkenntnisse über Ursprung und Entwicklung des Sonnensystems, der Planeten und damit des Lebens. Darüber hinaus profitieren wichtige andere Industriezweige von Innovationen aus Luft- und Raumfahrt, von der Werkstoff-Technologie über neue medizintechnische Verfahren bis zu Software-Entwicklungen. Das DLR dient wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwecken. Ziel ist es, mit den Mitteln der Luft- und Raumfahrt unser Leben zu bereichern, zur Sicherung und Gestaltung unserer Zukunft beizutragen.

eingesandt von: Terhi Varkila am 26.07.2003 10:49 Uhr

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