München/Hannover (hg) –Die Mobilfunkbranche macht Dampf: HSDPA, die schnellere Variante von UMTS, soll das mobile Internet-Surfen mit dem Handy deutlich schneller machen. So weit so richtig. Das Problem: Wer sich heute schon ein HSDPA-fähiges Mobiltelefon kauft, kann nicht die volle Geschwindigkeit des Standards nutzen. Denn schon in wenigen Monaten kommt die zweite, deutlich schnellere Gerätegeneration auf den Markt. Darauf weist Verbraucherberater Xonio im Vorfeld der CeBIT 2006 hin.
Es ist ein Turbo mit Tücken: Zur CeBIT 2006 wollen die Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone den UMTS-Beschleuniger HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) kommerziell starten, E-Plus und O2 folgen später. HSDPA-Datenkarten für Notebooks gibt´s schon, und die ersten UMTS-Turbo-Handys kommen bald. Doch wer jetzt schon kauft, kann in einem halben Jahr der Dumme sein.
Das Problem: Keines der bislang angekündigten Geräte für HSDPA "Phase 1" unterstützt die weiteren HSDPA-Ausbaustufen. Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner: "Nach heutigem Stand der Dinge werden Verbraucher, die ein Gerät der ersten Generation nutzen, damit von den weiteren bereits geplanten Beschleunigungen ausgeschlossen sein."
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Konkret: Die in der ersten Phase erreichbaren Datenraten liegen theoretisch bei 1,8 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), realistisch sind Maximalraten von 1,1 bis 1,2 MBit/s. In der zweiten Stufe, die T-Mobile und Vodafone schon gegen Ende diesen Jahres zünden wollen, steigen die Bitraten auf theoretische 3,6 MBit/s, im Alltag dürften dann bis zu 2,3 Megabit pro Sekunde realistisch sein. In einer dritten Stufe, die voraussichtlich im Laufe des kommenden Jahres gestartet wird, sollen diese Durchsätze nochmals verdoppelt werden.
Uwe Baltner: "Nach Aussage der wichtigsten Hersteller wird ein Update von Phase-1-Geräten mit neuer Firmware auf die nächsten Geschwindigkeitsstufen nicht möglich sein, da HSDPA Phase 2 eine Änderung in der Hardware notwendig macht. Dies gilt nach jetzigem Kenntnisstand für Datenkarten, Notebooks und Handys. Wer sich also schon jetzt ein HSDPA-fähiges Endgerät kauft, bleibt bei etwa 1,2 Megabit pro Sekunde hängen, auch wenn die Netze gegen Ende des Jahres die doppelte Datenrate bereitstellen werden."
Nokia will das Problem elegant dadurch umgehen, dass das erste HSDPA-Handy der Finnen bereits Phase-2-tauglich soll. Möglicherweise, so die Xonio-Redaktion, sei diese Problematik auch der Grund dafür, dass bislang weder Sony Ericsson noch Motorola HSDPA-Handys vorgestellt haben. T-Mobile und Vodafone stellten im Gespräch mit Xonio zwar "kulante Austauschkonditionen" in Aussicht – eine Garantie dafür gibt´s aber derzeit nicht.
Hintergrund:
Der High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) verspricht UMTS-Nutzern wesentlich höhere Datenraten und kürzere Verbindungsaufbauzeiten als bisher. T-Mobile und Vodafone wollen nach und nach alle UMTS-Basisstationen auf HSDPA aufrüsten. Der Fokus soll zunächst auf den wichtigsten Ballungszentren liegen, Vodafone will vor allem die zwölf Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft mit ihrer Highspeed-Technik erschließen.
Die jetzt startende Phase 1 soll die Verbindungsaufbauzeiten auf ein Drittel des jetzigen Wertes reduzieren. Erste Praxistests von Xonio mit einer HSDPA-Karte ergaben allerdings lediglich eine Halbierung dieses Wertes.
Quelle: Xonio
Foto: BenQ mobile
eingesandt von: Terhi Varkila am 07.03.2006 12:37 Uhr
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