Sex-Boom im mobilen Internet
Die Peep-Show auf dem Handy-Display kommt. Wie die Zeitschrift "connect" berichtet, laufen erotische Angebote für Handys gut und werden weiter ausgebaut.
Stuttgart - Erotik-Angebote laufen im Internet sehr gut.
Nicht wenige behaupten sogar, dass nur mit nackten Tatsachen im Web
Geld zu verdienen sei. Jetzt hat die Porno-Industrie auch das mobile
Internet entdeckt. Wie die Zeitschrift "connect" in der aktuellen
Ausgabe (Nr.14, EVT 28. Juni 2001) berichtet, brauchen Handy-Nutzer
nicht lange in den WAP-Portalen und -Katalogen zu stöbern, um den
Link Erotik zu finden. Die "connect"-Experten haben die bisher
verfügbaren Angebote unter die Lupe genommen. Fazit: Vom Pin-up bis
zum Hardcore-Porno ist schon alles verfügbar. Die
Darstellungsqualität der Handy-Displays fordert allerdings ein Menge
Fantasie von den Betrachtern.
Der Sex-Boom hat erst begonnen, noch ist das Erotik-Angebot auf
dem Handy-Display beschränkt. Das Repertoire umfasst deshalb zotige
Witze und grob aufgelöste Sex-Bildchen. Meist flankieren die
WAP-Offerten nur die Site im World Wide Web. Denn dort verdienen die
Anbieter mit Bannerwerbung oder Abogebühren. Für WAP-Angebote allein,
"so "connect", sind die Abrufzahlen im mobilen Internet noch zu
gering. Wenn es eine Nachfrage gibt, so Professor Dr. Habermehl,
Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für
erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung, wird aber die technische
und Inhaltliche Qualität schnell steigen. Manchmal stecken hinter der
WAP-Erotik aber schon handfeste Businessmodelle: So finanziert sich
das Schweizer Angebot wap-sexy.com letztlich über Telefonsexdienste
mit 0190-Nummern. Richtig Geld verdient wird mit Sex-Chats via SMS,
berichten übereinstimmend mehrere Branchenkenner.
Dennoch wird es nicht bei den unbeholfenen Gehversuchen bleiben.
So gründete die ehemalige Finanz- und Managementberaterin Stephanie
Schwab in den USA den mobilen Erotik-Channel Erotigo. Für sie liegt
der Vorteil von Sex-Offerten für Handys und PDAs im persönlichen
Verhältnis der Besitzer zum Gerät. Denn während im Privatbereich ein
Computer von mehreren Personen genutzt wird, bleiben Handy und PDA in
der Regel in einer Hand. Die Beate Uhse AG und Orion beobachten die
Entwicklung in der Telekommunikation mit großem Interesse und
bereiten schon erste Sex-Dienste für Handy und andere Mobile
Consumer-Produkte vor. Denn mit iMode, Smartphones, hochauflösenden
Farb-Displays und Multimedia-Geräten für die UMTS-Netze stehen in den
nächsten Jahren immer mehr Möglichkeiten für mobile Erotik-Angebote
zur Verfügung.
Quelle: "connect"
eingesandt von: Sven van der Stok am 28.06.2001 00:00 Uhr
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