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Streit MobilCom/France Telecom ruft Politiker auf den Plan


Hamburg (Reuters) - Der Streit zwischen der MobilCom AG mit ihrem zweitgrößten Aktionär France Telecom ruft nun auch deutsche Politiker auf den Plan.

Kieler Landespolitiker befürchten, dass Tausende Arbeitsplätze bei dem schleswig-holsteinischen Mobilfunkunternehmen gefährdet würden, falls sich der französische Großaktionär bei MobilCom zurückziehen sollte. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Klaus-Dieter Müller, sagte Reuters am Freitag, die rot-grüne Landesregierung habe großes Interesse daran, dass bei MobilCom keine Arbeitsplätze verloren gingen.

Dafür wäre die Landesregierung bereit, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zu bitten, sagte Müller weiter. Voraussetzung dafür sei, dass ein entsprechender "Hinweis" von MobilCom-Chef Schmid komme, dass er Hilfe benötige.

Uwe Eichelberg, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in Kiel, sprach sich für ein "begleitendes Eingreifen" der Bundesregierung aus. Sollte MobilCom in Gefahr geraten, könne das Land Schleswig-Holstein dies nicht alleine schultern.

MobilCom beschäftigte Ende September bundesweit knapp 5800 Mitarbeiter. Unternehmenssitz ist Büdelsdorf in Schleswig-Holstein.

NOTFALLPLAN WAR NICHT THEMA IN MINISTERIUMSGESPRÄCH

In einem Gespräch, das MobilCom-Chef Gerhard Schmid mit einem Vertreter des Kieler Wirtschaftsministeriums geführt habe, sei es nicht wie von einer Zeitung berichtet um einen Notfallplan gegangen, sagte Müller weiter. Thema sei vielmehr ein Bauprojekt von Schmid gewesen. Er könne allerdings nicht ausschließen, dass dabei auch Fragen über die allgemeine Situation von MobilCom gestellt worden seien, sagte Müller.

STREIT KÖNNTE EXISTENZ VON MOBILCOM GEFÄHRDEN

MobilCom und France Telecom streiten über die Kosten für den Aufbau des UMTS-Mobilfunks in Deutschland. Während MobilCom bis Ende 2003 rund 1,4 Milliarden Euro dafür ausgeben will, verlangt die mit 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Konzern beteiligte France Telecom, die Ausgaben zu strecken, damit ihre Verschuldung nicht weiter anwächst. Die mehrheitlich an France Telecom beteiligte französische Regierung übt angeblich Druck auf das Telekommunikationsunternehmen aus, um einen Ausstieg bei MobilCom zu erreichen. Sowohl France Telecom als auch MobilCom haben sich gegenseitig rechtliche Schritte angedroht. Der Streit könnte nach Einschätzung von Branchenexperten die Existenz von MobilCom gefährden.

eingesandt von: Fenna Harms am 01.03.2002 18:12 Uhr

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