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TÜV-Studie in NRW zeigt: Keine Gefahr durch Mobilfunksender

Messreihe im Auftrag des Informationszentrums Mobilfunk e. V. findet positive Resonanz bei Kommunen und Bürgern

Berlin/Wuppertal - Die Felder von Mobilfunksendeanlagen in Nordrhein-Westfalen liegen weit unterhalb der gesetzlich gültigen Grenzwerte. Das ist das Ergebnis einer Messreihe, die der TÜV Nord im Auftrag des Informationszentrums Mobilfunk e. V. (IZMF) durchgeführt hat. Die Messwerte unterschreiten in der Regel sogar die von der Verbraucherzentrale NRW empfohlenen Vorsorgewerte. „Von einer gesundheitlichen Gefährdung kann bei diesen geringen Feldstärken keine Rede sein“, so das Fazit von Dr. Andreas Wojtysiak von der Universität Witten-Herdecke.

Antennen einer Mobilfunk-BasisstationZiel der Messreihe war es, einen sachlichen Beitrag zum Verständnis des Mobilfunks zu leisten. „Wir möchten Klarheit über die tatsächlichen Immissionen von Mobilfunkanlagen schaffen“, erklärt Dagmar Wiebusch, Geschäftsführerin des Informationszentrums Mobilfunk in Berlin. Um ein Höchstmaß an Unabhängigkeit und Bürgernähe zu garantieren, waren 20 Kommunen im Vorfeld aufgefordert worden, selbst Standorte und Messpunkte zu benennen. „Ein Angebot, das wir von kommunaler Seite sehr begrüßen, denn das öffentliche Interesse an Mobilfunkmessungen, insbesondere in der Nähe so genannter sensibler Einrichtungen, ist ausgesprochen groß“, sagt Dr. Thomas Griebe, Fachgebietsleiter Umweltchemie und Umweltmedizin der Stadt Duisburg.

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Gemessen wurde vorwiegend in Kindergärten, Schulen und Kliniken aber auch im Wohnbereich von Anwohnern. Dabei fanden die TÜV-Experten an über 100 Messpunkten nur elektromagnetische Felder in minimaler Höhe. Selbst der höchste ermittelte Wert der Messreihe erreicht bei maximaler Auslastung der Mobilfunkanlage nur 0,09 Prozent des gültigen Grenzwertes bezogen auf die Leistungsflussdichte. „Die Messreihe in NRW hat gezeigt, dass fundierte Informationen den Kommunen eine konstruktive Basis für den Umgang mit den Sorgen der Bürger bieten“, so das Urteil des Mobilfunk-Experten Horst-Heinrich Gerbrand, Hauptreferent beim Städte- und Gemeindebund NRW.

Pauschale Abstandsforderungen verfehlen ihren Zweck
Die Messergebnisse zeigen auch, dass der von einigen Städten geforderte Mindestabstand der Sendemasten von 150 Metern zu sensiblen Punkten nicht sinnvoll ist. Denn innerhalb dieses Entfernungsbereiches schwankt die Immission örtlich sehr stark und ist sehr häufig kleiner als bei größeren Abständen von der Anlage im Hauptstrahlungsbereich“, sagt Dr. Christian Bornkessel vom Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik (IMST) in Kamp-Lintfort, das bereits im Jahr 2002 eine Messreihe für das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt hat. Außerdem sei die Immission in Gebäuden, auf denen eine Mobilfunksendeanlage steht, häufig geringer als im Umkreis. Laut Bornkessel erbrachten die TÜV-Messungen noch eine Reihe weiterer Erkenntnisse: So liegen die Immissionen benachbarter Sendestationen im Wohnbereich teilweise in derselben Größenordnung oder sogar noch unter denen von schnurlosen Telefonen. Ferner resultiert aus der Mehrfachnutzung eines Standortes etwa durch die Aufrüstung mit Antennen des neuen UMTS-Mobilfunknetzes nicht automatisch eine Verdopplung der Gesamtimmission, wie die Messergebnisse an den untersuchten Standorten mit Mehrfachnutzung in Nordrhein-Westfalen deutlich zeigen.

Dialog mit Experten fördern
Mit der Präsentation der Messergebnisse in Wuppertal, der letzten Station der Veranstaltungsreihe „Sicherheit durch Transparenz – TÜV und IZMF stellen Mobilfunk auf den Prüfstand“, endet die Messkampagne des Informationszentrums Mobilfunk in NRW. Veranstaltungen hatten zuvor bereits in Essen, Köln und Bielefeld stattgefunden. „Hunderte von interessierten Bürgerinnen und Bürgern haben sich in den letzten Wochen im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungen und bei unserer Hotline über die tatsächlichen Immissionen von Mobilfunkanlagen in NRW informiert“, beschreibt Dagmar Wiebusch die Reaktion auf die TÜV-Studie. „Angesichts des regen Interesses planen wir, die Mess- und Veranstaltungsreihe im kommenden Jahr auch in anderen Bundesländern fortzuführen“, so Wiebusch.

Wer sich detailliert über die Ergebnisse der Messreihe informieren will, kann die Gesamtdokumentation der TÜV-Studie ab Dezember auf der Internetseite des Informationszentrums Mobilfunk unter www.izmf.de abrufen oder direkt beim IZMF in Berlin anfordern.

Quelle: Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) 

Über IZMF:
Das Informationszentrum Mobilfunk ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema mobile Kommunikation. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern gegründet wurde.

eingesandt von: Terhi Varkila am 25.11.2003 09:19 Uhr

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