Exemplarische Messungen sollen den Kenntnisstand über elektromagnetische Felder (EMF) verbessern. Kommunen wirken bei der Auswahl der Standorte mit. Experten erläutern Methodik, Ergebnisse und Hintergründe im Rahmen von Podiumsdiskussionen.
Rund drei Viertel aller Deutschen telefonieren bereits mobil. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es mehr als 10 Millionen Handynutzer. Und täglich werden es mehr. Um der Nachfrage zu genügen, müssen die Mobilfunknetze ständig an den Bedarf angepasst und neue, modernste Technologien zur Verfügung gestellt werden. Doch der dafür notwendige Ausbau der Infrastruktur löst in vielen Kommunen immer wieder kontroverse Diskussionen aus. Dabei verhindern Vorurteile und Fehlinformationen gelegentlich eine fundierte und sachliche Auseinandersetzung. Das Informationszentrum Mobilfunk möchte zur Versachlichung der Diskussion beitragen und mit einer breit angelegten Messreihe das Wissen über elektromagnetische Felder im Umfeld von Mobilfunk-Basisstationen verbessern.
Unabhängige Experten des TÜV NORD garantieren Sachverstand und Neutralität
Um die Neutralität sicher zu stellen, tritt das Informationszentrum Mobilfunk lediglich als Auftraggeber auf. Die Messungen führt die EMV Services GmbH durch, ein Tochterunternehmen der TÜV NORD Gruppe. Das genaue Durchführungskonzept wurde vom Institut für Mobilfunk und Satellitentechnik (IMST) aus Kamp-Lintfort entwickelt, das im Jahr 2002 eine umfassende EMF-Messreihe für das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt hat. Die unabhängigen Experten ermitteln an über 100 Stellen in insgesamt 20 nordrhein-westfälischen Kommunen ein Gesamtbild aller elektromagnetischen Felder von Mobilfunk-, Radio- und TV-Sendeanlagen sowie von Schnurlostelefonen. So können sie anhand verschiedener Beispiele typische Feldstärkeszenarien erläutern.
Kommunen nahmen an der Auswahl der Messpunkte teil
Die Auswahl der einzelnen Messpunkte erfolgt aufgrund von Empfehlungen der beteiligten Städte und Gemeinden. Messungen an den in die Feldstudie aufgenommenen Standorten sollen unter anderem anschaulich Aufschluss geben über
- die elektromagnetischen Felder in der unmittelbaren Umgebung von Mobilfunk-Sendeanlagen und Vergleichswerte für die Wohnumgebung,
- typische Verteilungen der auftretenden Feldstärken unterschiedlicher Hochfrequenzquellen wie DECT-Telefone, Rundfunk- und TV-Sender im Vergleich zu Feldstärken, wie sie von Mobilfunk-Basisstationen ausgehen,
- Feldverteilungsszenarien wie sie sich in unterschiedlichen Entfernungen zu Mobilfunk-Basisstationen darstellen,
- die Auswirkung der Mehrfachnutzung eines Antennenstandortes.
Öffentliche Präsentation der Ergebnisse und Diskussionsrunde mit Experten
Das Informationszentrum Mobilfunk wird die Ergebnisse der Messreihe in vier öffentlichen Veranstaltungen in Essen, Wuppertal, Köln und Bielefeld vorstellen. Dabei werden die komplexen Eigenschaften elektromagnetischer Felder anhand exemplarischer Szenarien einfach und verständlich erläutert. So können sich Bürgerinnen und Bürger sowie Repräsentanten der Kommunen über Mobilfunkwellen informieren und selbst eine Meinung bilden. An die Präsentation der Messergebnisse schließt sich eine Fragestunde an, in der sich Fachleute aus Wissenschaft, Medizin und Verbaucherschutz den Fragen des Publikums stellen. Zusätzlich führt der TÜV-NORD während der Veranstaltung live vor Ort Messungen durch.
Die Termine im Einzelnen:
22. Oktober in Essen
28. Oktober in Köln
13. November in Bielefeld
19. November in Wuppertal
Quelle: IZMF
Über Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF):
Das Informationszentrum Mobilfunk ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema mobile Kommunikation. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern gegründet wurde.
eingesandt von: Terhi Varkila am 21.10.2003 12:28 Uhr
[ « vorherige | News-Startseite | aktuelle Nachrichten | nächste » ]