Die fünf Länder Dänemark, Finnland, Großbritannien, Norwegen und Schweden haben nun ihr erstes gemeinsames Zwischenergebnis im Rahmen des Interphone-Projektes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht. Untersucht wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen Handynutzung und dem Auftreten gutartiger Tumore am Hörnerv, den so genannten Akustikusneurinomen. In der vorliegenden Veröffentlichung werden die Ergebnisse von fünf Fall-Kontroll-Studien zusammengefasst: Insgesamt gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und dem Auftreten dieser gutartigen Tumore des Hörnervs. Das gilt auch für Personen, die seit vielen Jahren telefonieren und ihr Mobiltelefon häufig nutzen.
Für die Untersuchung waren in den fünf Ländern 678 an einem Akustikusneurinom erkrankte Personen und 3553 gesunde Vergleichspersonen nach ihrem Telefonierverhalten befragt und miteinander verglichen worden. Die Forscherteams stellten dabei folgendes fest:
- Regelmäßige Handynutzer hatten, verglichen mit Nichtnutzern, kein erhöhtes Risiko an einem Hörnervtumor zu erkranken.
- Das Risiko erhöht sich auch nicht mit zunehmender Nutzungsdauer oder Nutzungsintensität. Das gilt sowohl für die Nutzung analoger als auch digitaler Handys.
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Da nur wenige Daten von Nutzern vorlagen, die länger als 10 Jahre mit einem Handy telefonierten, kann die Studie keine gesicherten Aussagen zu möglichen Langzeitrisiken treffen. Bei 23 Patienten hatte sich ein statistisch erhöhtes Risiko ergeben. Auf der Kopfseite mit der häufigsten Handynutzung traten die Hörnervtumore vermehrt auf. Insgesamt war das Risiko aber auch für Langzeitnutzer nicht erhöht.
Bei der Veröffentlichung handelt es sich um ein weiteres Zwischenergebnis der Interphone-Studie. Bereits 2004 waren die dänischen und schwedischen Teilergebnisse zum gutartigen Hörnervtumor Akustikusneurinom veröffentlicht worden. Akustikusneurinome sind gutartige, langsam wachsende Tumore am Hörnerv, die meist wegen der Verschlechterung des Hörvermögens entdeckt werden. Sie sind sehr selten (1 Fall pro 100.000 Personen pro Jahr).
Die Interphone-Studie wurde im Oktober 2000 gestartet. Es ist die weltweit größte Studie, die den Zusammenhang zwischen Handynutzung und dem Risiko von Hirntumorerkrankungen erforscht. Teams aus 13 Ländern gehen dabei nach einem gemeinsam verfassten Studienprotokoll vor und ermöglichen somit eine unmittelbare Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Neben Deutschland sind die skandinavischen Länder, Großbritannien, Frankreich, Italien, Israel, Australien, Neuseeland, Japan und Kanada beteiligt.
Eine abschließende Bewertung wird erst mit der Veröffentlichung der internationalen Auswertung möglich sein. Mit dem Abschluss der vollständigen Studie ist Mitte 2006 zu rechnen.
In Deutschland arbeiten an der Studie das Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universität Mainz, die AG Umweltepidemiologie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und das Institut für Medizinische Statistik und Epidemiologie der Universität Bielefeld.
Darüber hinaus haben die deutschen Mobilfunknetzbetreiber gemeinsam mit der Bundesregierung das Deutsche Mobilfunk-Forschungsprogramm ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Erkenntnisse über biologische Wirkungen und Mechanismen elektromagnetischer Felder zu vertiefen und vorhandene Wissenslücken zu schließen. Bis voraussichtlich 2006 werden unter der Leitung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) mehr als 50 Forschungsprojekte durchgeführt.
Quelle: Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF)
Über IZMF:
Das Informationszentrum Mobilfunk ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema mobile Kommunikation. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern gegründet wurde.
eingesandt von: Terhi Varkila am 30.09.2005 12:07 Uhr
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