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Telekom behindert alternative Anbieter


"In den ersten Monaten dieses Jahres wurden tausende von Kunden durch die Deutsche Telekom nicht umgestellt, obwohl sie sich für das Preselectionangebot von Talkline entschieden hatten." Das gab Klaus Rasmussen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Talkline, am 21. Mai bekannt. "Dies ist kein Einzelfall. Investitionen in das Ortsnetz zum Direktanschluß von Kunden werden durch die Telekom systematisch behindert. Der Aufbau des High-Speed-Internets wird zu einer Monopolveranstaltung der Telekom. Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland stagniert und die Wettbewerber der Telekom stehen mit dem Rücken an der Wand," so Rasmussen.

Die Situation im Festnetz

Entgegen dem Markttrend war es Talkline gelungen, viele neue Preselectionkunden zu gewinnen - nur der Umsatz blieb aus. "Wir hatten die Akquisitionskosten, aber keinen Umsatz, und die Kunden sind sauer, weil sie immer noch teuer telefonieren müssen."

35 Prozent der Verbraucher telefonieren inzwischen über alternative Anbieter, um ihre Gesprächsgebühren zu senken - so eine aktuelle repräsentative Studie von Talkline. Davon nutzen 85 Prozent regelmäßig Call-by-Call-Angebote. Lediglich 7 Prozent der Verbraucher binden sich per Preselection fest an einen alternativen Anbieter wie Talkline. Dazu wird die Vorwahl von Talkline im Vermittlungsrechner der Telekom fest voreingestellt und die Telefonrechnung kommt dann direkt von Talkline. Die aktuelle Marktstudie stellt fest, dass das Wachstum der Preselectionzahlen jetzt eher stagniert. Talkline sieht eine Ursache in massiven Verzögerungen und Behinderungen durch den Ex-Monopolisten.

Laut Rasmussen sind die Preise bei Call-by-Call-Angeboten bereits gestiegen und weitere Anpassungen werden folgen, denn die neue Inkasso-Vereinbarung mit der Deutschen Telekom treibe die Kosten bei den Wettbewerbern in die Höhe. Diese Vereinbarung vom März 2001 legt fest, wieviel die Call-by-Call-Anbieter an den Ex-Monopolisten dafür zahlen müssen, dass er ihnen die Rechnungen erstellt.

Laut Talkline kassiert die Deutsche Telekom im Ortsnetz aufgrund des fehlenden Wettbewerbs überhöhte Preise. Ferngespräche sind in den letzten drei Jahren durch den Wettbewerb um bis zu 90 Prozent günstiger geworden. Die Preise für Ortsgespräche sind dagegen laut Statistischem Bundesamt sogar um 7,3 Prozent gestiegen. "Im Ortsnetz ist die Wettbewerbssituation katastrophal. Auch drei Jahre nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes sind erst 2 Prozent der Verbraucher bei alternativen Anbietern". Dieter Danneboom beschreibt die Chancen von Wettbewerbern, diese immer noch bestehende Monopolsituation zu durchbrechen, als sehr schwierig. "Wir wollen in die Ortsnetze investieren und unsere Kunden direkt anschließen. Die Rechtslage für den Anbieterwechsel ist klar festgelegt. Die Telekom ist verpflichtet, den Wettbewerbern den Zugriff auf die technischen Einrichtungen in ihren Gebäuden zu ermöglichen. In der Praxis wurden aber in den letzten 10 Monaten zwei Drittel unserer Anfragen zum Zugang in die sogenannten Kollokationsräume der DTAG erheblich verzögert oder gar ganz abgelehnt. Zusagen gegenüber wechselwilligen Kunden konnten wir nicht einhalten. Kunden und Umsatz gehen verloren", so Danneboom. Insgesamt habe Talkline durch die Behinderungen der Telekom bei Preselection und beim Direktanschluß Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionenhöhe.

Internet

Nach zahllosen Preissenkungen müssen sich die Kunden im Internet an höhere Tarife gewöhnen. Auch hier sind die Call-by-Call-Preise durch die neue Inkasso-Vereinbarung für die Anbieter nicht mehr kostendeckend. Für Talkline stellt die Entwicklung im DSL-Bereich aber das größere Problem dar, denn der Trend im Internet gehe klar in Richtung High-Speed-Internetzugang. Talkline weist darauf hin, dass die von der früheren Bundespost mit Monopol-Gebühren finanzierten und in nahezu jedem Haushalt verlegten Kupferkabel schon heute dank DSL-Technik und ATM-Hochleistungsnetzen zum High-Speed-Internetzugang aufgerüstet werden können. Die Deutsche Telekom habe mit einem Marktanteil von ca. 98 Prozent der angeschlossenen Haushalte immer noch eine Monopolstellung im Ortsnetz. Diese Position nutze sie für das eigene T-DSL-Angebot aus und verweigere die Zusammenschaltung ihres breitbandigen DSL-Netzes mit alternativen Anbietern wie Talkline. Eine Pflicht zur Zusammenschaltung mit Wettbewerbern auf der Ebene der ATM-Hochleistungsnetze hatte die Regulierungsbehörde kürzlich abgelehnt. "Diese Entscheidung ist wettbewerbsbehindernd und steht im Widerspruch zur Sichtweise der Kartellbehörden und der europäischen Regulierung. Talkline ist einer der großen Anbieter auf dem Markt. Trotzdem ist es für uns wirtschaftlich nicht vertretbar, in allen Ortsnetzen die DSL-Technik noch einmal aufzubauen. Es wird auch keinen Wettbewerber geben, der ein flächendeckendes Angebot für den High-Speed-Internetzugang machen kann. Damit ist die Monopolstellung der Telekom in diesem Zukunftsmarkt vorprogrammiert", kritisiert Rasmussen.

Die Talkline GmbH & Co. KG

Die Talkline GmbH & Co. KG, Elmshorn, zählt seit Jahren zu den führenden Telekommunikationsanbietern in Deutschland. Das Unternehmen beschäftigt 1.850 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2000 einen Umsatz von 1,35 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dieses Ergebnis einer Steigerung von rund 40 Prozent. 1991 als Mobilfunk-Service-Provider gegründet, bietet die Talkline GmbH & Co. KG heute Produkte aus den Bereichen Mobilfunk, Festnetz, Internet und Datenkommunikation für Privat- und Businesskunden an. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen in Schwerin unter der Rufnummer 11850 die "Auskunft, die verbindet". Zur Talkline-Gruppe gehört außerdem die Talkline ID GmbH, eines der erfolgreichsten Unternehmen in der Vermarktung von Telefon-Mehrwertdiensten (0800, 0180, 0190). Neben der Regulierungsbehörde für Post- und Telekommunikation zählen Geschäftsbereiche von Nintendo, Yahoo! und Nike sowie die Edeka Zentralverwaltung zum Kundenkreis von Talkline. Als Tochterunternehmen der TDC Tele Danmark gehört die Talkline GmbH zum drittgrößten Telekommunikationskonzern der Welt, der amerikanischen SBC Communications Inc. (San Antonio, Texas).

Quelle: Talkline GmbH & Co. KG

eingesandt von: Arne Oberdieck am 21.05.2001 11:58 Uhr

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