Telekommunikationsbranche: Angst vor Preiserhoehungen
Die Telefonpreise steigen - bislang erst zoegerlich. Denn: Die Angst ist
gross, Kunden an den Wettbewerb zu verlieren. Die Preise sind mit weitem
Abstand das wichtigste Kriterium bei der Wahl der Telefongesellschaft.
Schon heute befuerchtet jede dritte Fach- und Fuehrungskraft der
Telekommunikationsbranche, dass die eigenen Preise nicht wettbewerbsfaehig
sind. Das ermittelte die Mummert + Partner Unternehmensberatung im Rahmen
des TELCO-Trends im Mai, einer Umfrage unter 122 Branchenexperten.
Die
Branche richtet sich auf einen Preiskampf mit umgekehrten Vorzeichen ein.
Wer kann die Preise am laengsten niedrig halten - und damit moeglichst
viele Telefonkunden binden?
Die Zeit des gegenseitigen Unterbietens in der Telekommunikationsbranche
scheint zu Ende zu gehen. Nachdem einige grosse Anbieter wie Teldafax oder
Callino im ersten Halbjahr 2001 vom Markt verschwunden sind, haben einige
Gesellschaften ihre Preise fuer Telefonate im Festnetz offenbar erhoeht.
Das Statistische Bundesamt ermittelte erstmals wieder hoehere Preise fuer
Telefonverbindungen: Im Juni zog der Teilindex fuer Ferngespraeche, der
seit Dezember letzten Jahres bei 97,9 Punkten verharrt hatte, erstmals
wieder an und kletterte auf 98,1 Punkte.
Die Telefongesellschaften operieren damit an ihrer Achillesferse: 34
Prozent der Befragten fuerchten, dass sie im Festnetz wegen ihrer Preise
Kunden an den Wettbewerb verlieren. Im Mobilfunk sind es bislang erst 17
Prozent, aber bis zum Herbst sollen Prepaid-Karten teurer und
Handy-Subventionen gestrichen werden. Jede vierte Fach- und Fuehrungskraft
der Branche haelt die eigenen Internettarife nicht fuer wettbewerbsfaehig.
Der Wettbewerbsdruck durch steigende Preise wird hier zu einem deutlichen
Anstieg der Kundenfluktuation fuehren. Denn: Der Preis zaehlt - der Service
als zweitwichtigstes Kriterium liegt weit abgeschlagen hinter den deutlich
ueberragenden Telefontarifen. Im Festnetz sieht gerade jeder neunte
Befragte im Service eine Angriffsflaeche fuer den Wettbewerb, im Mobilfunk
und beim Internet ist es gerade mal die Haelfte.
Quelle: Mummert + Partner Unternehmensberatung AG
eingesandt von: Sascha Dowidat am 26.07.2001 13:39 Uhr
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