eine Seite zurück diese Seite zu den Favoriten hinzufügen diese Seite per E-Mail weiterempfehlen Volltext-Suche diese Seite ausdrucken zurück zur Startseite

"UMTS-Antennen auf alle Gebäude der bayerischen Regierung"

Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Erwin Huber, kündigte in einer Diskussionsrunde auf den Medientagen in München an, dass die Staatsregierung ihre Gebäude als Strandorte für Mobilfunkmasten anbieten wird.

19.10.2002

Anzeige


 

 

Huber reagierte damit auf eine vergleichsweise ablehnende Haltung der SPD-geführten Stadt München in dieser Beziehung. "Es ist Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für den Erfolg neuer Technologien zu schaffen. Jeder will mobil telefonieren, aber keiner möchte einen Sendemasten in seiner Nähe haben." Er kündigte ein Angebot des Freistaates gerade an die UMTS-Mobilfunkbetreiber an.

Die UMTS-Lizenzen sowie die Chancen des breitbandigen Mobilfunks waren der roter Faden, an denen sich Huber durch die Systems und die benachbarten Medientage hangelte. Als Messe-Dauerläufer hielt er seit Montag dieser Woche täglich mehrmals Vorträge zum E-Government, zur Situation auf dem Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte sowie zu besagten Mobilfunktechnologien. Dabei wird er von seinen Zuhörern gern belächelt. Sein scheinbar grenzenloser Optimismus kollidiert natürlicherweise mit jeglichem Pessimismus. Diese Haltung mag auf den ersten Blick als naiv erscheinendie Arbeitslosenzahl in der Branche würde diese Ansicht rechtfertigenin der Vergangenheit hat sich der Optimismus bezüglich neuer Technologien jedoch in der Regel als Realismus entpuppt. Und so zieht Huber ungeachtet seiner Kritiker gegen die Schwarzmaler der Branche zu Felde.


Die rustikale Haltung Hubers passt nur schwerlich ins Bild der New Economy, dessen letzter offensiver Vertreter er ist. Aber die Letzten werden die Ersten sein, scheint der Christsoziale überzeugt zu sein und präsentiert sich als die treibende Kraft in Punkto Mobilfunk und IT in ganz Deutschland, nicht nur Bayern. Dabei kommt ihm zu Gute, dass die Mehrzahl der einschlägigen Unternehmen und Konzerne in der Landeshauptstadt München angesiedelt sind. Gerne und ausdauernd beschwört Huber das bayerische Silicon Valley.

Dem ländlichen Typus wird eine gewisse Bauernschläue angedichtet. Tatsächlich setzt er diese offensiv ein. So kritisierte er in der heutigen Diskussionsrunde die SPD-Regierung für die UMTS-Auktion des Jahres 2000 hart. Diese habe sich als extrem hinderlich für den künftigen Ausbau erwiesen. Auf die Frage von Moderator Helmut Brandstätter von n-tv, ob er denn die Lizenzeinnahmen von umgerechnet rund 50 Milliarden Euro nicht kassiert hätte, erwidert er: "Widerwillig", und offenbart in die Lacher des Publikums hinein ungeahnte Milde im Umgang mit dem politischen Gegner. "Zugegebenermaßen hat niemand absehen können, wohin sich die UMTS-Auktion bewegen würde. Die gab es damals ja in jedem europäischen Land. Ich saß selbst im Beirat, und wir haben mit Einnahmen in Höhe von maximal drei Milliarden Euro gerechnet." Im August 2000 hatten insgesamt sechs Anbieter in Deutschland für je 8,5 Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz ersteigert. Damals glaubten alle Bieter, dass man ohne eine solche Lizenz keine Chance im deutschen Mobilfunkmarkt haben würde. Heute drängen die siegreichen UMTS-Ersteigerer auf erleichterte Wettbewerbsbedingungen.

An der Diskussion zum Thema "Mobilfunk: Wachstum oder Geldvernichter" nahmen neben dem Staatsminister, Wippermann und Brandstätter noch Uwe Bergheim, Vorsitzender der Geschäftsführung, E-Plus Mobilfunk aus Düsseldorf, Lauri Kivinen, Senior Vice President Corporate Communications Nokia Group , Rudi Lamprecht, Mitglied des Vorstands Siemens , Bernhard Ribbrock, Geschäftsführer Be Mobile aus Gütersloh sowie Jürgen Thiel, Geschäftsführer Intel für Deutschland, Österreich und Schweiz, teil.

Quelle und Photos: Systems

eingesandt von: Sylvia Truppner am 19.10.2002 14:54 Uhr

« vorherige |  News-Startseite |  aktuelle Nachrichtennächste »  ]