"Guten Tag, wir führen eine Umfrage zum Thema Steuersparen durch. Bestimmt sind Sie auch der Meinung, viel zu hohe Steuern zu zahlen. Wir stehen Ihnen zur Seite, wir geben Ihnen Tipps ... Gern würden wir uns mit Ihnen zu einem persönlichen Gespräch zusammenfinden ....“ Mit wohltönender Stimme und geschickt gesetzten Worten wird versucht, zu neuen potentiellen Kunden Kontakt aufzunehmen, um ihnen am Ende etwas "aufzuschwatzen“.
Solche unerbetenen Anrufe in Privatwohnungen zum Zweck der Geschäftsanbahnung sind nicht nur außerordentlich lästig, sondern auch unlauter. Schon vor über 30 Jahren hat der Bundesgerichtshof dies erstmalig festgestellt. Trotzdem nimmt gerade in jüngster Zeit diese Form des unlauteren Wettbewerbs erschreckend zu.
Geködert wird mit Umfragen, vielversprechenden Gewinnzusagen – häufig in Verbindung mit dem Abschluss von Zeitschriftenabonnements -, Lottosystemen mit 99,9 % Erfolgsquote, Super-Tarifen fürs Telefonieren oder für Strom, niedrige Tarife und Rabattvorteile bei Versicherungen und vor allen Dingen mit Geldanlageangeboten zum (vermeintlichen) Steuersparen.
Die Verbraucherzentrale warnt seit Jahren – eigentlich schon seit Jahrzehnten – vor allen Anbietern, die per telefonischem Erstkontakt an Verbraucher herantreten. Diese Form der Kontaktaufnahme lässt fast immer auf einen unseriösen Anbieter schließen. Gefährlich wird es, wenn schon bei diesem ersten Telefonat persönliche Daten oder gar die Bankverbindung erfragt und sogar vom Betroffenen genannt werden. Möglichem Missbrauch ist damit Tor und Tür geöffnet. Die Verbraucherzentrale hat wegen der zahlreichen Beschwerden dem Wildwuchs der unzulässigen Telefonwerbung nunmehr wieder einmal, und zwar verstärkt den Kampf angesagt.
Da der Erstkontakt häufig über Call-Center hergestellt wird, ist es wichtig, Name und Anschrift des Anbieters zu kennen. Die Verbraucherzentrale bittet daher Betroffene, danach zu fragen und ihr solche Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb zu melden.
Übrigens: Verweigert der ungebetene Anrufer solche Informationen, gibt es nur einen Rat: "Sofort Auflegen!!“
Quelle: Verbraucherzentrale Berlin e.V.
eingesandt von: Terhi Varkila am 03.06.2003 09:14 Uhr
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