München (hg) – Mit immer neuen Tricks ziehen windige Geschäftemacher vor allem jungen Handy-Nutzern das Geld aus der Tasche. Verbraucherberater Xonio deckt die neuesten Kostenfallen auf und erklärt, wie Sie sich und Ihre Kinder wirksam vor den Handy-Abzockern schützen.
Dass das Handy nicht nur ein praktisches Kommunikationsmittel ist, sondern auch das Tor zu vielerlei Kostenfallen, ist längst bekannt. Dabei sind die Gebühren für Telefongespräche und SMS noch das geringste Problem. Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner: "Viel schlimmer sind Anbieter, die per Internet und TV-Werbung die Naivität und Handy-Begeisterung vor allem junger Leute gezielt ausnutzen, um Kasse zu machen." Völlig überteuerte Downloads von Klingeltönen oder vorgetäuschte SMS-Flirts zählen fast schon zu den Abzock-Klassikern. Neuere Maschen sind Abstimmungen, so genannte Televotings, oder Tricksereien, die über das Bezahlen per Handy laufen.
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Gesetzwidrige TV-Spots für Klingeltöne
Das Ergebnis ist eindeutig: 53 TV-Werbespots für Klingeltöne hat die Kommission für Jugendmedienschutz jüngst untersucht – alle 53 Spots verstießen gegen die Regeln des Jugendschutzes. Hauptvorwurf: Die Klingelton-Spots forderten die Jugendlichen direkt zum Kauf der Handy-Sounds auf („Hol dir ...“). Solche Kaufappelle sind laut § 6 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags eindeutig untersagt.
Doch das schert die virtuellen Drückerbanden wenig. So läuft die Bestellung eines Klingeltons häufig über eine 0190-8-Mehrwertnummer. Wer eine dieser Hotlines aus dem Festnetz anruft, bezahlt dafür 1,86 Euro pro Minute – läuft der Anruf per Handy, kann der Minutenpreis je nach Mobilfunkanbieter sogar bis zu 2,90 Euro betragen. Uwe Baltner: "Diese Anbieter tun alles, um Sie durch langatmige Ansagen, Wiederholungen und zahlreiche Eingaben möglichst lange in der Leitung zu halten. Nach einigen Minuten ist der Nutzer dann nicht nur genervt, sondern auch leicht einen zweistelligen Euro-Betrag los.“
Neu in der Trickkiste: Handy-Payment
Nachdem die Dialer-Haie mit ihren Internet-Einwahlprogrammen lange abgesahnt haben und diese Tricks dank verschärfter Gesetze immer weniger funktionieren, satteln sie um – und kassieren zunehmend per Handy-Rechnung ab.
Und das funktioniert so: Bevor der Nutzer an die im Internet angebotenen Services kommt, muss er seine Handy-Nummer angeben. Er erhält darauf per SMS einen Zugangscode zum gewünschten Angebot. Weitere Kurznachrichten auf dem Handy bestätigen das Zustandekommen des Vertrags und weisen auf die Kündigungsmodalitäten hin. Die anfallenden Kosten werden über die Handy-Rechnung eingezogen.
Das Risiko ist enorm, erklärt Uwe Baltner: "Oft schließt der Kunde einen Abo-Vertrag ab, ohne dass ihm das bewusst ist. Die Folge: Manche Abkassierer greifen ihren Opfern jeden dritten Tag in die Tasche und ziehen jedes Mal bis zu 9,99 Euro ein. Wer einem solchen Trickser auf den Leim geht, kann so schnell bis zu 100 Euro im Monat los sein."
Selbst die leere Prepaid-Karte schützt nicht; der aufgelaufene Betrag wird einfach beim nächsten Aufladen abgezogen. Das Ganze endet erst, wenn das Abo gekündigt wird.
Die Fernseh-Falle: Abos, Abstimmungen, Abzocke
Immer frecher werden die Fallensteller auch übers Fernsehen. Wer sich zum Beispiel Musiksender wie Viva oder MTV reinzieht, muss nicht lange auf eine der einschlägigen Aufforderungen warten.
Die Maschen sind vielfältig, und sie lauern inzwischen auf fast allen Kanälen, in denen sich junges Publikum tummelt. Ob vorgetäuschte Flirts per Premium-SMS, der aktuelle Big-Brother-Titelsong als Handy-Sound (4,22 Euro!) oder die Teilnahme an Abstimmungen. Der Effekt ist immer der gleiche: Für den Handy-Besitzer wird´s ganz schnell richtig teuer.
Wirksamer Schutz ist möglich
Doch es gibt auch gute Nachrichten, so Uwe Baltner: "Wer sich oder seinen Nachwuchs vor den Abzockern schützen will, hat inzwischen ganz gut funktionierende Möglichkeiten: Tarife mit festem Budget und Sicherheitssperren etwa, die den Anruf bei teuren `Mehrwertnummern´ gar nicht erst zulassen. Das Beste aber ist immer noch Aufklärung: Eltern sollten sich über die Tricks der Handy-Haie informieren und ihren Kinder die Mechanismen und ihre Folgen erklären. Das ist sicher der wirksamste Schutz."
Welche Tricks die Handy-Abzocker drauf haben, wie sie funktionieren und wie man sich dagegen wirksam schützt – darüber informiert Verbraucherberater Xonio detailliert unter www.xonio.com.
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eingesandt von: Terhi Varkila am 04.07.2005 12:24 Uhr
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