Aufgeklärte wissen, dass es sich bei Java um eine von Sun Microsystems entwickelte Programmiersprache handelt - bei der Variante „Java 2 Micro Edition“ (J2ME) um eine spezielle Anpassung dieser Sprache für mobile Endgeräte. Ein Vergleich mit den natürlichen Sprachen verhilft zu einem besseren Verständnis dieser Technik. Die Java-Programmierung lässt sich mit dem Übersetzen oder Dolmetschen vergleichen. Einerseits können die Ideen des Entwicklers wie ein geschriebener Text übersetzt werden – zum Beispiel aus dem Deutschen ins Chinesische. Die übersetzte Fassung nutzt freilich nur einem Chinesischkundigen. Andererseits kann aber ein Multisprachler als Dolmetscher beauftragt werden, den Text spontan für die Bedürfnisse seines jeweiligen Gegenübers aufzubereiten – ob Chinese, Ungar oder Engländer.
Telefon mit „Übersetzer“
Beim Programmieren heißt das: Eine Anwendung kann ganz speziell für ein bestimmtes Gerätemodell „übersetzt“ werden. Doch andererseits kann sie übergreifend auch für alle Geräte geschrieben sein, die über einen „eingebauten Dolmetscher“ verfügen. Dieses Prinzip nutzt Java. Wenn also davon die Rede ist, dass ein Handy Mobile Java kann, so bedeutet das eigentlich, dass dieses Telefon über einen Dolmetscher verfügt, der Anwendungen in dieser Programmiersprache umzusetzen vermag. Solche Anwendungen – von Spielen bis hin zu Organizer-oder Finanzprogrammen – laufen dann auf allen Handys, die J2ME-fähig sind. Es müssen eben keine gesonderten Versionen für die Eigenheiten des jeweiligen Geräts entwickelt werden.
|
|||
|
|
|||
Grenzen überwinden
Das Ganze dient also der Überwindung von Betriebssystemgrenzen, wie wir sie auf dem Desktop-Rechner erleben, wo Programme für den Macintosh oder Unix bekanntlich nicht auf Windows-PCs funktionieren. Doch zusätzlich bringt Java einige gewichtige Vorteile ins Spiel, die mit dem relativ jungen und modernen Grundprinzip dieser Sprache zusammenhängen. So war Java schon vom ersten Tag an auf das vernetzte Arbeiten ausgerichtet, so dass sich beispielsweise Internetanwendungen besonders leicht entwickeln lassen. Und auch die Grafik – das Sichtbare eines Programms – lässt sich in Java sehr komfortabel programmieren, so dass dem Entwickler viel Zeit bleibt, sich auf die eigentliche Funktionalität seiner Anwendung zu konzentrieren.
Wie weit diese gehen kann, wird derzeit beispielsweise am UMTS-Testfahrzeug deutlich, einem Prototyp, der von T-Mobile in Zusammenarbeit mit DaimlerChrysler, Siemens Mobile, MBDS und Jentro realisiert wurde. Er bietet den Insassen während der Fahrt Video-Conferencing, Offboard-Navigation und einen Internetzugang. Viele dieser Features wurden mit J2ME umgesetzt.
Quelle: Telekom
Foto: Sun Microsystems
Javafähige Handys und Java-Spiele finden Sie auch bei Handy-Market.com.
eingesandt von: Terhi Varkila am 04.02.2003 10:33 Uhr
[ « vorherige | News-Startseite | aktuelle Nachrichten | nächste » ]