
Sein Unternehmen startete zur Internet World 2001 einen Dienst, der digitale Inhalte wie das Fernsehprogramm mit persönlichen Daten, etwa über die Reisetätigkeit, verknüpft. Hierzu erhält der Verbraucher seinen persönlichen space to go, einen "Raum zum Mitnehmen" im Internet. Er kann auf die Daten per WAP-Handy und PDA unterwegs zurückgreifen und bearbeiten. Aber noch lassen der Durchbruch von WAP und PDAs auf sich warten. "In drei bis vier Jahren ist es dann soweit", meint Huthmacher und hat sich mit space2go frühzeitig einen Platz auf dem Markt für mobiles Internet gesichert.
Das Unternehmen gründete Huthmacher zusammen mit Matthias Hirschfeld vor zwei Jahren. "Unsere ersten Investitionen sind vor allem in die Technologie geflossen, da haben wir noch keine nennenswerten Umsätze erzielt", resümiert Huthmacher den Start. In diesem Jahr werde der Umsatz etwa bei drei bis vier Mio. Mark liegen. "Im ersten Quartal kamen wir auf eine knappe Million. Wir wollen uns im laufenden Jahr von unten an die schwarze Null bewegen und im kommenden Jahr deutlich profitabel sein." 30 Mitarbeiter beschäftigte space2go im Januar, mittlerweile sind es 35 und bis zum Jahresende sollen zehn weitere hinzukommen.
Das Geschäftsmodell basierte bislang auf drei Säulen. An erster Stelle steht die Telekommunikation, "das interessanteste, aber auch das schwierigste Feld", stellt Huthmacher Hoffnung und Risiken gegenüber. "Der Vertrieb ist teuer und es befinden auch nur wenige Player auf dem Markt." Mit Partnern wie Siemens, Drillisch und Talkline sieht sich der Gründer jedoch gut positioniert. Bei den Portalen sieht die Situation schon wieder ganz anders aus. "Hier lassen sich Kooperationen leichter realisieren", so Huthmacher, der mit Jamba ein Start-up als Partner gefunden hat, das wie space2go in Berlin sitzt. "Die meisten Kooperationen schließen wir jedoch mit der Old Economy ab, wo jetzt die Großen ins Netz gehen." Zur Internet World präsentierte space2go den Computerhersteller Compaq als PDA-Partner, der das mobile Büro in seinem Businessportal theSource einsetzen wird. Im Hardwaregeschäft arbeiten die Berliner mit DeTeWe zusammen.
Jetzt kommt mit der Sparte Medien eine vierte Säule ins Spiel. "Auch in dieser Branche geht der Trend dahin, dass die Inhalte immer stärker personalisiert werden", nennt Huthmacher als Grund für das Engagement. Schließlich will space2go genau diese Entwicklung forcieren. Die Verhandlungen mit den Konzernen stehen kurz vor dem Abschluss. "Ende Juni werden wir einen Partner präsentieren."
Als Anbieter von Software und Diensten für Mobile Commerce sieht der Gründer mit DayByDay (http://www.daybyday.de) nur einen ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem deutschen Markt. "Der hat immerhin T-Online als Partner im Rücken, aber der Markt ist groß genug für uns beide." Huthmacher kommt die Start-up-Krise durchaus gelegen, denn "es wird kein neues Unternehmen mehr genügend Geld bekommen, um erfolgreich in den Markt zu treten".
Doch nicht nur auf dem deutschen Markt will Huthmacher weiter Fuß fassen. "Wir gehen im Auslandsgeschäft vom direkten Vertrieb zu Vertriebspartnerschaft über." Zur Zeit unterhält das Unternehmen zwei Büros in London und Paris. Es gibt allerdings Überlegungen, die beiden Außenstellen aufzulösen und ausschließlich mit lokalen Partnern das europäische Ausland zu erobern. "Da sind vor allem die Märkte in Großbritannien, Frankreich und Italien für uns interessant." Zum Sommer will das Unternehmen seine Dienste auch auf Spanisch anbieten. "Damit decken wir über 80 Prozent des europäischen Marktes ab." Mit Siemens Venture Capital als Partner will sich Huthmacher die Märkte in Asien, Südamerika und die USA erschließen.
Zusammen mit anderen Software- und Serviceanbietern will space2go das Auto zum Sprechen bringen, und zwar so weit, dass der Fahrer mit seinem Gefährt wie von Mensch zu Mensch kommunizieren kann - der ersehnte Durchbruch für das mobile Internet, sofern sich der Mensch auf den Dialog mit der Maschine einlässt. Zuvor sollen die GPRS-Endgeräte für einen Aufschwung sorgen. "Sie kommen bis Ende dieses Jahres auf den Markt und die Preise für mobiles Internet werden runtergehen, so dass wir bis zur CeBIT 2002 wieder Wachstumsraten haben werden", ist Huthmacher überzeugt.
Quelle: pressetext.deutschland