München - Siemens-Forscher haben einen neuen Minisensor entwickelt, der verschiedenste Gase und Gerüche sicher erkennt. Der auf Nanotechnologie basierende Chip ist kleiner als ein Millimeter, verbraucht kaum Energie und eignet sich somit perfekt für den Einbau in mobilen Geräten wie Handys. Dadurch eröffnen sich völlig neue Anwendungen: So könnten sich Jogger und Fahrradfahrer bei kritischen Ozonwerten automatisch warnen lassen, das Handy könnte als mobiler Brandmelder eingesetzt werden oder automatisch beim Telefonieren die Atemluft auf Mundgeruch untersuchen. Aufgrund der verwendeten Technologie lässt sich der Chip preiswert produzieren und soll darum schon in einer der nächsten Handy-Generationen ohne großen Aufpreis zum Einsatz kommen.
Weil die neuen Minisensoren extrem genau arbeiten, eröffnen sich auch über Handys hinaus völlig neue Einsatzgebiete. So können beispielsweise Asthmakranke schon frühzeitig vor dem nächsten Anfall gewarnt werden, weil der Sensor den steigenden Stickstoffgehalt in der Atemluft erkennt, der einem Anfall vorausgeht. Sogar Brandmelder werden in Zukunft noch zuverlässiger, weil sie nicht erst auf Rauch und steigende Temperaturen ansprechen, sondern bereits „riechen“, wenn etwas schmort. Und im Auto kann die Klimaanlage vollautomatisch von Außen- auf Umluft umschalten, sobald man durch die Qualmwolke eines LKWs fährt, der Ozongehalt über einen Grenzwert steigt oder Smog die Luft ums Fahrzeug verpestet.
Siemens-Forscher Dr. Maximilian Fleischer, der den neuen Chip entwickelt hat: "Obwohl man sie mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmen kann, befinden sich auf unseren neuen Sensoren zahlreiche Funktionen, in denen chemische Reaktionen stattfinden. Dadurch können sie bereits kleinste Mengen an Gasen verlässlich aufspüren."
Quelle: Siemens Corporate Technology
Über Siemens Corporate Technology:
Im Geschäftsjahr 2002/2003 investierte Siemens 5,1 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, das sind über 23 Millionen Euro pro Arbeitstag. Weltweit arbeiten ca. 50.000 Forscher und Entwickler an neuesten Technologien. Mit derzeit 42.000 laufenden Patenten gehört der Konzern zur Weltspitze. Die Zentralabteilung Corporate Technology (CT) arbeitet mit weltweit über 1.700 Mitarbeitern an Schlüssel- und Querschnittstechnologien, die in alle geschäftsführenden Bereiche einfließen. Darüber hinaus verantwortet CT innerhalb von Siemens das globale Patentmanagement, den Umweltschutz, die Arbeit in internationalen Standardisierungsgremien sowie das Corporate Information Research Center.
eingesandt von: Terhi Varkila am 23.09.2004 09:57 Uhr
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