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WiFi-Technologie hält Einzug im TGV

Seit November können Reisende in den französischen Hochgeschwindigkeitszügen mit CLIC per Wireless LAN ins Internet

Der neue Service 'CLIC TGV' bietet Reisenden jetzt Zugang zu zahlreichen Informations- und Unterhaltungsprogrammen, die über ein drahtloses Netzwerk mit WiFi-Technologie (WLAN) während der Fahrt angeboten werden. Mitte November 2003 begann für 'CLIC TGV' ein sechsmonatiger Testbetrieb in den französischen Hochgeschwindigkeitszügen auf der Strecke Paris-Bordeaux-Pau.

CLIC TGVDie Passagiere haben die Auswahl zwischen allgemeinen Informationen, wie dem Tageswetterbericht, Nachrichten, thematischen Programmen usw., speziellen Bahninformationen, wie Fahr- oder Bahnhofsplänen, oder touristischen Informationen über die einzelnen Regionen, durch die der Zug fährt. Aber auch spezielle Unterhaltungsangebote, wie Filme und interaktive Spiele kann man mit dem System nutzen. 'CLIC TGV' ermöglicht darüber hinaus, E-Mails zu empfangen oder zu versenden, da das System einen Zugang zum Server des jeweiligen Abonnenten bietet.

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Für Reisende mit einem eigenen WiFi-fähigen Notebook oder PDA ist der CLIC TGV-Service völlig kostenfrei. Damit andere Reisende nicht gestört werden, muss der Benutzer allerdings einen Kopfhörer benutzen. Wer kein entsprechendes Equipement besitzt, den Service aber gleichwohl in Anspruch nehmen möchte, kann mit WiFi-Technologie ausgestattete Notebooks inklusive Kopfhörer für 8 Euro (bzw. 3 Euro nur für Kopfhörer) auf bestimmten Bahnhöfen an den Cinétrain-Ständen ausleihen. Die Verbindung zum Service wird über einen Zugangscode hergestellt, der den interessierten Kunden ausgehändigt wird.

Die Architektur für 'CLIC TGV' und weitere zukünftige Anwendungen stützt sich auf die drahtlose Netzwerktechnologie nach dem WiFi- Standard (Wireless LAN oder auch WLAN genannt), mit deren Hilfe die Verbindung zu den einzelnen Peripheriegeräten für den Zugriff auf den jeweils gewählten Dienst hergestellt wird. Mit dem 'CLIC TGV'- Portal, das sich auf einem Bordserver befindet, wird die Schnittstelle zwischen den Peripheriegeräten der Nutzer und den verschiedenen Diensten realisiert. Der Server dient als Host für das Routing zum Internet und zum SNCF-Intranet. Er gewährleistet gleichzeitig die Verbindung zwischen den einzelnen Komponenten des Systems sowie dessen Verwaltung.

Der Bordserver im Zug ist mit einem zentralen Bodenserver verbunden, mit dessen Hilfe sich die Synchronisierungen der mobilen Server verfolgen lassen und der gleichzeitig als Konzentrator der dynamischen Daten dient. Das Funknetz an Bord des Zuges musste dabei unterschiedlichsten Kriterien in Bezug auf Leistung, Verfügbarkeit, Qualität, Sicherheit, Erweiterbarkeit usw. erfüllen.

Sechsmonatige Testphase
Während der sechsmonatigen Testphase werden fünfzehn TGV-Züge mit den notwendigen Komponenten ausgerüstet: Wechselrichter mit Ladehaltung, Funkbrücke und Funk-Hotspot in den Wagen, zentraler Schaltschrank mit GSM/GPRS- und GPS-Schnittstellen, Bordserver mit 'CLIC TGV'-Portal sowie Internetserver, Software-Pakete mit Betriebssystem und Anwendungen, GSM/GPRS-Modems und Funk- Hub, GPS/GPRS-Kombiantenne auf dem Dach sowie Zubehör zur Verbindung dieser Geräte untereinander. Die so ausgestatteten TGV- Züge können schon jetzt auf die GSM-Netze nationaler Anbieter zugreifen und Daten mit der Außenwelt austauschen.

Der Test des CLIC TGV-Systems stellt eine erste Etappe bei der Entwicklung eines Bordnetzes zur Datenübertragung per Funk dar. In Zukunft will man in verschiedenen Richtungen weiter arbeiten, um den Datendurchsatz zwischen den Feststationen außerhalb des Zuges und den Bordgeräten zu erhöhen. Schwerpunkte bilden dabei die Nutzung der zugelassenen Kanäle für GPRS-Verbindungen zur optimierten Nutzung dieser Norm, die weitere Entwicklung der mit diesem System ausgestatteten TGV-Züge im Hinblick auf ihre Kompatibilität mit den verschiedenen Funknetzen, in deren Einzugsbereich sie sich während der Fahrt befinden, sowie die Entwicklung der Satellitenverbindungen.

Während der Testphase wird die Praxistauglichkeit der WiFi- Technologie an Bord der Züge und die Verbindung bei 300 km/h zu den Feststationen am Boden geprüft. Je nach den Ergebnissen dieser Kundenstudie könnte 'CLIC TGV' dann auch auf anderen Strecken eingesetzt werden.

WiFi Gare - das drahtlose Bahnhofsnetz
Auch in Frankreich nehmen Hotspots - drahtlose öffentliche Internet- zugänge - immer mehr zu. Durch die auf Bahnhöfen installierten Funksender und die neue Generation WiFi-kompatibler Geräte, wie Notebooks, Handhelds und Taschencomputer oder Internetsäulen, bietet die WiFi-Technologie noch nie da gewesene Verbindungsmöglichkeiten. Über das Bahnhofsnetz kann die SNCF Meldungen über Abfahrt und Ankunft von Zügen, aktuelle Zugverkehrsinfos sowie Informationen über Serviceangebote auf den Bahnhöfen, Anbindung an andere öffentliche Verkehrsmittel und über verschiedene Städte mitteilen. Außerdem hat der Internetsurfer die Möglichkeit, seine E-Mails zu lesen, in das Firmen-Intranet zu gelangen oder seine Lieblings-Websites zu besuchen.

Nach dem erfolgreichen Test des Systems auf dem Pariser Gare du Nord wird 'WiFi Gare' seit September auch auf den Bahnhöfen Lille Flandres und Lille Europe eingeführt. Heute schon können die Passagiere auf den Bahnhöfen Paris Montparnasse, Bordeaux Saint Jean und Pau diesen neuen Service nutzen.

Mit 'CLIC TGV' und 'WiFi Gare' sind die Reisenden nun auf der gesamten Strecke Paris-Bordeaux-Pau online.

Quelle: FIZIT - Das französische Informationszentrum für Industrie und Technik 
Foto: SNCF/CAV - POOL CAV   

eingesandt von: Terhi Varkila am 09.01.2004 12:43 Uhr

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