München/Hannover (hg) – Noch steckt Handy-TV in den Kinderschuhen. Aber der Weg ist vorgezeichnet: In wenigen Jahren wird die Sportschau per Handy zum Alltag gehören. Die ersten TV-Programme laufen bereits - auf der CeBIT 2005. Verbraucherberater Xonio hat die Hintergründe zum Top-Trend in Sachen Handys für Sie.
Der Paradigmenwechsel hat begonnen: "Gut möglich, dass die heute Zehnjährigen überhaupt kein klassisches Fernsehen mehr schauen werden, sondern bewegte Bilder in einigen Jahren ausschließlich per Handy beziehen werden", sagt Uwe Baltner, Chefredakteur von Xonio. Die Anfänge dieser Entwicklung erleben wir auf der CeBIT 2005 – oder auf dem eigenen Handy.
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Nachrichten, Sport, Comedy und Erotik als Video-Endlosschleife
Netzbetreiber Vodafone etwa bietet schon heute unter dem Begriff "Handy-TV“ auf seinem Portal Vodafone live! den Abruf von Fernseh-Clips an. Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner: "Noch handelt es sich dabei nicht um echtes Live-TV, sondern um so genannte Videostreams, die täglich aktualisiert und als Endlos-Schleife per UMTS gesendet werden. Aber immerhin – es werden echte TV-Inhalte präsentiert, und es funktioniert."
Die Inhalte kommen von N24, MTV oder RTL2, der Schwerpunkt liegt auf Nachrichten, Sport, Comedy und Erotik. Vodafone hat auch schon ganze Filme gezeigt. Und zur CeBIT bietet der Netzbetreiber "CeBIT-TVmobile" mit aktuellen Beiträgen von der Messe.
Auch T-Mobile, O2 und E-Plus lassen ihre Kunden an der bunten Welt bewegter Bilder teilhaben. Bei T-Mobile beispielsweise heißt der Dienst treffender, dafür aber auch sperriger "VideoClips aufs Handy". Die Inhalte, die per UMTS aufs Display kommen, ähneln denen der Konkurrenz: News, Fußball, Film-Trailer und Musik-Clips.
Echtes Digital-TV kommt frühestens in zwei Jahren
Den nächsten Schritt in Richtung Live-TV will Vodafone in Hannover demonstrieren: Unter dem Kürzel DVB-H gibt es digitales Fernsehen, das für den Empfang auf mobilen Geräten optimiert wird. Laut Vodafone lassen sich mit dieser Technik bis zu 30 Fernsehprogramme live übertragen. Für die Live-Demo in Hannover bringt der Netzbetreiber einen Handy-Prototyp von Siemens mit. Allerdings: Bis alle Handy-Nutzer den Dienst nutzen können, werden noch mindestens zwei Jahre vergehen, heißt es bei Vodafone.
In der Zwischenzeit sind nicht zuletzt die Handy-Hersteller gefragt: Seiner Vorreiterrolle gerecht wird einmal mehr Nokia. Die Finnen bieten mit dem 7710 seit kurzem ein Handy, auf das ein Adapter mit integriertem DVB-H-Empfänger passt.
Der Anfang ist jedenfalls gemacht, so Uwe Baltner: "Wenn die UMTS-Netze in den nächsten Jahren ausgebaut werden und die Technik weiter entwickelt wird, steht dem flächendeckenden mobilen Fernsehen nichts mehr im Wege. Allerdings: Die Preise müssen niedrig bleiben – drei Euro pro Stunde ist sicher die Obergrenze dessen, was sich die Verbraucher leisten werden."
Alles Wissenswerte zu den Handy-Trends zur CeBIT 2005 findet sich bei Xonio unter www.xonio.com.
eingesandt von: Terhi Varkila am 11.03.2005 11:20 Uhr
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