München (hg) – Zur CeBIT 2007 zeigen Deutschlands Netzbetreiber, wo´s lang geht: Highspeed-UMTS mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde soll schon in den nächsten Wochen und Monaten Realität werden. Das mobile Internet würde damit Bandbreiten bieten, die denen von DSL in nichts nachstehen. Mehr noch: Der UMTS-Nachfolger LTE (Long Term Evolution) soll nach den Plänen seiner Entwickler in einigen Jahren Datenraten bis zu 100 Mbit pro Sekunde erreichen.
Die Ingenieure der Mobilfunkbranche sind ihrer Zeit weit voraus. Als UMTS vor drei Jahren an den Start ging, bastelten sie bereits am Handy-Netz der vierten Generation. Seine Bezeichnung: LTE (Long Term Evolution) oder auch 4G (vierte Generation). Im Herbst dieses Jahres sollen die Standardisierungsarbeiten bereits abgeschlossen sein.
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Die Eckwerte des UMTS-Nachfolgers beeindrucken: Bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downlink – also vom Netz zum Endgerät – und 50 MBit/s im Uplink – vom Endgerät zum Netz – soll LTE erlauben. Das entspricht der 50- beziehungsweise 25-fachen Geschwindigkeit eines 2000er-DSL-Anschlusses.
Auch die wichtigsten Anforderungen haben die Entwicklungs-Gremien schon formuliert:
· Im Vergleich zu UMTS sollen die Kosten für die Datenübertragung sinken.
· Die Betreiber sollen mehr und bessere Dienste schneller und günstiger als bislang umsetzen können.
· Die Technik soll in unterschiedlichen (und unterschiedlich breiten) Frequenzbändern eingesetzt werden
können.
· 4G-Handys sollen trotz anspruchsvollster Anwendungen mit akzeptablem Stromverbrauch auskommen und
damit vernünftige Akku-Laufzeiten haben.
Mehr Speed für UMTS
Ehe es aber so weit ist, arbeiten die Netzbetreiber mit Hochdruck an der Optimierung des eben erst aufgebauten UMTS-Netzes, was vor allem heißt: Erhöhung der Datenraten. Denn das mobile Internet, das in diesem Jahr erstmals auch für ein Massenpublikum Wirklichkeit wird, steht und fällt mit der komfortablen Nutzung anspruchsvoller Dienste und breitbandiger Anwendungen, wie sie der Nutzer aus dem stationären Internet kennt.
Aus diesem Grund soll der UMTS-Beschleuniger HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) dieses Jahr bereits in die dritte Runde gehen – mit Datenraten, die DSL hinter sich lassen und die Besucher der CeBIT in Staunen versetzen sollen: bis zu 7,2 MBit/s im Downlink sollen zumindest theoretisch erreichbar sein. Zugleich wollen die Netzbetreiber auch den Uplink beschleunigen, also die Geschwindigkeit, mit der Daten vom Handy ins Netz übertragen werden. Die Technik hierfür heißt kryptisch: HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) oder auch Enhanced Uplink (E-UL). Im ersten Schritt soll das Handy bis zu 1,4 Megabit pro Sekunde ins Netz schicken können, voll ausgebaut erlaubt HSUPA theoretisch bis zu 5,8 MBit/s.
Die Kombination von schnellem Down- und Uplink übrigens heißt HSPA. Der Nachfolger ist bereits geplant: HSPA+. Diese UMTS-Technik soll immerhin bis zu 40 MBit/s im Downlink und bis zu 12 MBit/s im Uplink möglich machen. Nach aktuellem Stand der Dinge könnte HSPA+ bereits im Laufe des kommenden Jahres verfügbar sein.
Handy-TV kommt frühestens 2008
Nachdem die Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zwar jede Menge gute Stimmung gebracht hat, der von der Mobilfunkbranche erhoffte Durchbruch fürs mobile Fernsehen jedoch ausblieb, scheint bei diesem Thema die Luft erst mal raus. Allerdings: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So hat inzwischen fast jeder große Hersteller mindestens ein Fernseh-Handy im Angebot, das der Technik-Norm DVB-H folgt. Ob allerdings schon in diesem Jahr einer kommerzielles DVB-H-Angebot in Deutschland an den Start gehen wird, ist fraglich. Zu unübersichtlich ist die Lage bei den hier zu Lande verfügbaren Frequenzen.
Als Alternative bleibt den Netzbetreibern, TV-Sendungen per UMTS-Streaming zum Kunden zu bringen. Das Problem dabei: Pro UMTS-Zelle darf es nur wenige Handy-TV-Nutzer geben, sonst können die anderen nicht mehr telefonieren oder online gehen. Ändern soll sich das mit dem "Multimedia Broadcast Multicast Service" (MBMS). Dazu allerdings müssen die UMTS-Anbieter ihre Netze nachrüsten. Die Sendungen werden dann auf speziellen Datenkanälen übertragen, in die entweder alle Teilnehmer (Broadcast-Betrieb) oder nur bestimmte Nutzer (Multicast-Betrieb) mit entsprechenden Endgeräten "hineinschauen" können. Der größte Vorteil: Da alles über das schon vorhandene UMTS-Netz angewickelt wird, müssen die Netzbetreiber kein gesondertes Handy-TV-Sendenetz mehr aufbauen, wie es bei DVB-H notwendig wäre.
Zwar gab es auf der 3GSM World bereits erste MBMS-Demos zu sehen, kommerziell soll die Technik 2008 verfügbar sein. Ob es aber am Ende zu einer MBMS- oder zu einer DVB-H-Lösung kommt, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Handy-TV kommt, wenn auch frühestens im nächsten Jahr.
Detaillierte Informationen über die technische Weiterentwicklung des Mobilfunks finden sich unter www.xonio.com.
Über Xonio:
Xonio ist kompetente Instanz in Sachen mobiler Kommunikation und mobile Computing im deutschsprachigen Internet. Xonio testet und bewertet die Produkte und Möglichkeiten der mobilen Welt und spürt kritisch die Trends auf, die sich heute abzeichnen und morgen am Markt durchsetzen werden. Damit steht der Mobilfunk-Verbraucherberater im Zentrum der Verschmelzung des Computer-/IT-Marktes mit dem Mobilfunkmarkt.
eingesandt von: Terhi Varkila am 06.03.2007 16:25 Uhr
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