Stuttgart - Ob SMS oder MMS – die deutschen Handy-Nutzer werden abkassiert. Für den Versand einer SMS bezahlen sie im Schnitt etwa 28 Prozent mehr als ihre Nachbarn in Italien, Spanien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Großbritannien. Bei den MMS-Preisen liegen die durchschnittlichen Kosten sogar um 60 Prozent höher. Dies ist das Ergebnis eines aktuellen Preisvergleichs des Mobilfunk-Verbraucherberaters Xonio.
Es ist kein Geheimnis: Mit SMS kassieren die Netzbetreiber in Deutschland ordentlich ab. Immerhin haben die Deutschen allein im vergangenen Jahr etwa 36 Milliarden Kurznachrichten verschickt. Bei einem Standard-Preis von 19 Cent pro Textbotschaft kommen da mehrere Milliarden Euro zusammen. Damit nicht genug: Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sind SMS in Deutschland eindeutig am teuersten. Liegen die durchschnittlichen Kosten für den Versand einer SMS dort bei 14 bis 15 Cent, bezahlen die deutschen Mobilfunkkunden im Schnitt 19 Cent – ein Aufschlag von rund 28 Prozent.
Über eine Milliarde Euro mehr für SMS
Damit haben die deutschen Handy-Besitzer, bei 36 Milliarden verschickten Kurznachrichten, allein im vergangenen Jahr deutlich über eine Milliarde Euro mehr für ihre SMS bezahlt als die genannten EU-Nachbarn – für die gleiche Leistung.
Generell liegen die Kosten für Kurznachrichten im Vergleich zum sonstigen mobilen Datenverkehr auf unglaublich hohem Niveau. So reicht ein Datenvolumen von einem Megabyte umgerechnet für etwa 3.300 SMS mit 160 Zeichen. Das heißt: Bei 0,19 Euro pro Textbotschaft kostet ein MByte in SMS satte 627 Euro. Zum Vergleich: Im O2-Tarif GPRS-Data1 gibt's die gleiche Datenmenge schon für 3,95 Euro.
MMS: 60 Prozent teurer
Noch eklatanter ist die Differenz bei den Preisen für Nachrichten mit Bild und Ton: Hier zahlen deutsche Handy-Nutzer im Schnitt 60 Prozent mehr. Die niedrigsten Preise gibt´s in Frankreich mit durchschnittlich 38 Cent. Die Deutschen dagegen zahlen pro Multimedia-Nachricht durchschnittlich 81 Cent.
Fazit von Xonio-Chefredakteur Uwe Baltner: "Die deutschen Verbraucher bezahlen im europäischen Vergleich eindeutig zu viel. Wer häufig SMS oder MMS verschickt, sollte sich bei seinem Anbieter daher unbedingt nach speziellen Tarifen für den Nachrichtenversand erkundigen. Auf diese Weise lassen sich die Kosten reduzieren."
Der aktuelle SMS/MMS-Preisvergleich findet sich unter xonio.com.
Quelle: Xonio
Foto: Vodafone
eingesandt von: Terhi Varkila am 25.02.2004 10:15 Uhr
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