München (hg) – Für viele Menschen ist ihr Handy längst zur ganz privaten oder auch geschäftlichen Kommunikationszentrale geworden, zum alltäglichen Begleiter mit vielen nützlichen Funktionen. Die Kehrseite der Medaille: Die unzähligen Daten und Informationen, die das Mobiltelefon speichert, sind für Dritte – ob Unternehmensspione oder eifersüchtige Lebensgefährt(inn)en – einfacher zugänglich als viele Handy-Besitzer ahnen. Verbraucherberater Xonio klärt auf.
Noch nie war das Leben anderer Menschen so leicht auszuspionieren. Denn für jemanden, der auf persönliche Informationen Dritter zugreifen will, ist deren Handy wie das sprichwörtliche offene Buch. Kontakte, Anrufdaten, Textnachrichten und Schnappschüsse – was immer über das Gerät läuft, ist hier abgespeichert und vor dem Zugriff Unbefugter keineswegs sicher. Mehr noch: Ein im Netz eingebuchtes Handy lässt sich problemlos orten und verrät, wo sich der Besitzer gerade aufhält. Dienste, die dies möglich machen, werden heute offen und für jedermann angeboten.
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Trick Nummer 1: Schnüffel-Software
50 Dollar kostet die Spionage-Software Flexispy auf der Homepage des Herstellers Vervata. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Programm per USB-Kabel auf das fremde Handy übertragen, und die Komplett-Überwachung ist perfekt: Flexispy leitet alle Anrufe, Telefonnummern und SMS weiter, ohne dass dies der Besitzer merkt. Die nächste Version, die der Hersteller bereits angekündigt hat, soll sogar eine Funktion zum direkten Mithören bieten. Kein Wunder, dass Antiviren-Spezialist F-Secure Flexispy seit kurzem als Trojaner und damit als Schadprogramm einstuft.
Trick Nummer 2: Überwachung durch Ortungssysteme
Bis auf wenige Meter genau lassen sich Handys über das Mobilfunknetz orten. Anbieter im Internet machen sich das zunutze. So soll etwa der Ortungsdienst "track your kid" von JackMobile besorgten Eltern helfen, den Aufenthaltsort ihrer Kinder festzustellen. Wer will, kann hier bis zu fünf Handynummern angeben, die überwacht werden sollen. Zwar soll die Ortung nur statt finden, wenn der jeweilige Handy-Besitzer ihr per Einverständnis-SMS zustimmt. Allerdings: Ob diese SMS tatsächlich vom Handy-Besitzer selbst kommt, kann niemand nachprüfen.
Ähnlich funktioniert die Handy-Ortung beim Anbieter Mecomo. Er will allerdings künftig Missbrauch verhindern, indem er in regelmäßigen Zeitabständen eine Info-Kurzmitteilung an die geortete Handy-Nummer schickt. So sollen auch unfreiwillige Teilnehmer von der Ortung ihres Handys erfahren.
Trick Nummer 3: Der Blick in den Handy-Speicher
Besonders einfach ist der Zugriff auf persönliche Informationen für Menschen, die im Umfeld des angepeilten Handynutzers leben. Sie brauchen sich nur im richtigen Moment das Mobiltelefon zu greifen und können dann in aller Ruhe dessen Speicher durchforsten.
Und was da alles zu Tage kommt: Unter "Nachrichten" finden sich alle gesendeten und empfangenen SMS, MMS und E-Mails. Das Telefonbuch liefert Namen und Nummern der Personen, mit denen der Besitzer Kontakt pflegt. Unter "Multimedia" oder "Eigene Dateien" sind Schnappschüsse mit Entstehungsdatum abrufbar. Und auch die Telefonliste oder der Abruf der Mailbox, der häufig per Kurzwahl und ohne Passwort möglich ist, bietet so manche "vertrauliche" Information.
Mehr Informationen zur Handy-Spionage und wie man sich dagegen schützt, finden sich unter www.xonio.com.
eingesandt von: Terhi Varkila am 08.06.2006 17:12 Uhr
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